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Öffentlichkeitsarbeit/"Jugendarbeit: Rund um den Obersee erfolgreich

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Schulsozialarbeit und Jugendarbeit unter die Lupe genommen

Rund um den Obersee erfolgreich
Die Schulsozialarbeit und die Jugendarbeit werden in der Region als gut installiert und rege benutzt gewertet.

Silvia Nolmans

Als wahre Erfolgsstory werten diverse Leiter der regionalen Beratungs- und Kontaktstellen ihren Einsatz für die Jugend. So spricht Manuela Duft, Schulsozialarbeiterin der Sek 1 March, von einem sehr gut genutzten, gut installierten Angebot. «Der grosse Erfolg ist auch ein Zeichen dafür, dass neutrale Fachhilfe für die Jugendlichen wirklich wichtig ist», sagt Felix Hof, Leiter des Beratungszentrums Rapperswil- Jona, welches für mehrere Gemeinden bis hin nach St. Gallenkappel zuständig ist. Walter Keller, Leiter des Beratungszentrums Uznach, sieht im grossen Erfolg auch einen negativen Aspekt. Er findet es traurig, dass Jugendsozialarbeit überhaupt so notwendig geworden ist. Vorwiegend 13- bis 17 Jährige machen denn auch regen Gebrauch von den verschiedenen Angeboten, welche Jugendarbeit und Schulsozialarbeit bieten. Hof spricht von einem sehr guten Rücklauf. Die Jugendförderung ist gesetzlich verankert. Die Gemeinden sind dafür verantwortlich, Jugendarbeit zu unterstützen und fachgerechte Beratungsangebote bereitzustellen. Unterschieden wird zwischen Schulsozialarbeit und Jugendarbeit. Erstere leistet Projektarbeit an Schulen und ist Anlaufstelle für Jugendliche mit Sucht-, Schul- und geschlechterspezifischen Problemen. Sie hilft auch bei der Lehrstellensuche sowie bei Beziehungsschwierigkeiten untereinander sowie mit den Eltern und Lehrpersonen. «Mobbing- Geschichten sind ein Dauerthema », sagt Walter Keller. Das Angebot ist freiwillig. Erstgespäche können aber verordnet werden. Jugendarbeit stellt Begegnungsorte und Freizeitangebote zur Verfügung, pflegt aber ebenfalls Beratungsstellen für Jugendfragen. Im Raum See-Gaster und in den Höfen sind sowohl Schulsozialarbeit wie auch Jugendarbeit gut abgedeckt. In der March gibt es nur Schulsozialarbeitsstellen. Für den Freizeitbereich ist bis heute keine Jugendarbeitstellezustande gekommen.
 
Sowohl Schulsozialarbeit wie auch Jugendarbeit werden geschätzt

«Coole» Berater sind gefragt
Jugend- und Schulsozialarbeit weisen in der Region eine positive Bilanz auf. Jugendliche frequentieren Beratungsstellen häufig von sich aus. Charismatische Bezugspersonen sind am beliebtesten.

Silvia Nolmans

Ihr Jugendarbeiter sei «cool», erzählen einige Teenager. Er habe super Ansichten und Ideen und reisse immer alle mit. Charismatische Jugendarbeiter sind erfolgreicher. Felix Hof, Leiter der Beratungsstelle Rapperswil-Jona, kann diese Aussage nur bestätigen. Jugendarbeit sei sehr personenbezogen. Die Teenager wollen Vertrauenspersonen. «Ist ein gemeinsamer Code da, dann erreicht man sehr viel. Die Jugendlichen kommen dann gerne und empfehlen einen weiter.» Walter Keller, Leiter der Beratungsstelle Uznach, sagt, Charisma sei vor allem im Bereich Freizeitarbeit, wo die Kurse, Projekte und Treffpunkte freiwillig besucht würden, wichtig: «Wer keine gute Nase hat, die Jugendlichen nicht packen kann, kommt nicht weit.» Doch auch im Bereich Schulsozialarbeit, wo der erste Besuch in der Regel von Lehrern oder Schulleitern verordnet wird, spielt die Persönlichkeit des Beraters eine nicht unwichtige Rolle. So meint eine Oberstufenschülerin: «Eine ehemalige Schulsozialarbeiterin wirkte so resolut, vor der hatte ich Angst. Zu ihr wäre ich nur sehr ungern gegangen.» Ihre Freundin doppelt nach: «Andere sind aber total okay, zu denen würde ich auch gehen.»  Felix Hof sagt, viele Jugendliche würden für den Erstkontakt nicht besonders gerne kommen. Wenn es aber eine positive Mundpropaganda über den Berater im Kollegenkreis des Teenagers gebe, so sei die Abneigungsschwelle geringer. Für Manuela Duft, Schulsozialarbeiterin der Sek 1 March, sprechen die Besucherzahlen für sich. Rund ein Drittel der Schüler kommt an den Märchler Mittelpunktschulen freiwillig in die Beratung; zwei Drittel werden geschickt. «Aber 99 Prozent steigen nach der Erstberatung auf das Ganze ein und kommen von sich aus wieder. » Die Schulsozialarbeit in der March sei sehr gut besucht, aber leider nur mit relativ wenigen Stellenprozenten dotiert. Wäre das Büro öfters besetzt, würden noch mehr Jugendliche Hilfe suchen.

Besuche werden totgeschwiegen
Die Jugendlichen selbst hängen es nicht an die grosse Glocke, dass sie Beratungsstellen besuchen. Die Imagefrage sei gerade in dem Alter sehr wichtig, sagt Jürg Wrubel, Leiter der Kontaktstelle Jugendarbeit Jump-in Rapperswil- Jona. Niemand gebe gerne zu, Beratung in Anspruch zu nehmen. Auch ein Teenager berichtet, die Mitschüler wüssten meistens, welcher ihrer Kollegen zum Sozialarbeiter gehe. Aber man rede nicht darüber. Jugendarbeit ist für die Teenager ein echtes Bedürfnis. So sagt Verena Koch-Weber, Leiterin der Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach: «Wir werden sehr gut frequentiert.» Ähnliche Aussagen vernimmt man von den Jugendarbeitsstellen in Uznach, Schmerikon und Wollerau. Die Jugendlichen würden die Treffen, Kurse und die Möglichkeit, in ihrer Gemeinde mitwirken zu können, sehr schätzen, sagt Jürg Wrubel. Die Stadt Rapperswil-Jona decke aber auch alle Bereiche, welche die Jugendlichen als nötig empfinden. So hätten Ergebnisse einer Umfrage des Jugendrates bei über 550 Teenagern ergeben, dass keine erheblichen Wünsche mehr bestünden, was ihnen noch angeboten werden sollte. «Dies ist ein Zeichen, dass es gut läuft.»



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