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Öffentlichkeitsarbeit/Brücke zur Jugend/Brücke zur Jugend Februar 2007

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Die eigene Kreativität ausleben

In der Hip-Hop-Kultur bilden Graffiti eines der vier wesentlichen Elemente (neben Rap, DJ-ing und Breakdance). Drei Jugendliche aus der Gemeinde Freienbach verbringen einen Teil ihrer Freizeit im Jugendzentrum und verschönern mit Graffiti die Wände des Jugendcafés «Switch».
 
Von Moody Angehrn

Pfäffikon. –
Graffiti haben ihre Wurzeln in New York und traten dort erstmals im Jahr 1970 auf. So genannte «Taggs» (Kritzeleien an Wänden, Türen und Bänken) wurden mit wasserfesten Filzstiften angebracht. Schon bald darauf wurde aber auch mit Farbdosen gesprayt. So entstanden die eigentlichen Graffiti. Im Jahr 1980 gelangte das Graffitisprayen auch in den europäischen Raum und fand dort viele begeisterte Anhänger. Diese Entwicklung einer lebendigen Graffitiszene konnte man in allen europäischen Grossstädten beobachten. Die drei Jugendlichen, die im Jugendzentrum regelmässig eine Wand besprayen, gehen alle in die Lehre und haben alle einen Erfahrungshintergrund. Zwei von ihnen sprayen schon seit über einem Jahr. Der Dritte ist seit drei Monaten dabei. Kennengelernt haben sich die drei Jugendlichen in der Schule und haben dort festgestellt, dass sie das gleiche Interesse haben: der Gedanke an die Kunst, die Selbstdarstellung, der Spass und das Spezielle. Jeder Jugendliche hat seinen eigenen Kick, der ihn zum Sprayen gebracht hat. Auch gibt es ganz verschiedene Motivationen, die die drei vorwärtstreiben: das Streben nach eigener Verbesserung, um dabei positive Emotionen zu spüren, oder das Ausleben der Kreativität, indem man die eigenen Ideen und Vorstellungen verwirklicht. Das Gemeinsame, das Gruppengefühl, ist für alle drei eine grosse Motivation, die sie beim Sprayen erleben. Orte, an denen sie ihre Graffiti üben können, gibt es nicht sehr viele. So werden zu Hause Holzpaletten verschönert, oder es wird auf Leinwände gesprayt. «Leinwände haben einen Vorteil: Man kann sie verkaufen», sagt einer der Jugendlichen. Legale Wände gibt es fast keine. Eine Ausnahme bildet da die Rote Fabrik in Zürich oder der Event «Meeting of Style» in Winterthur. Dort werden den Sprayern Fassaden zur Verfügung gestellt. Eine Möglichkeit ist auch das Jugendzentrum in Pfäffikon. Dort haben die Jungs die Chance, sich auszudrücken, zu üben, ihre Technik zu verbessern und ein gemeinsames Erlebnis zu haben. Botschaften in ihren Bildern haben für sie keine Priorität, es geht mehr um Spass, um etwas, was nicht jeder macht und kann. Traumplattformen zum Sprayen gäbe es schon, doch diese sind illegal. Ein Zug zum Beispiel: Er ist ständig in Bewegung, und die Graffiti können so an sehr vielen Orten gesehen werden. Doch die Strafen für illegales Sprayen sind sehr hoch, und es ist daher besser, sich nach legalen Orten umzuschauen. Deswegen kommen die drei Jugendlichen oft im Jugendzentrum.


Der Ausdruck einer Jugendkultur

Das Jugendzentrum Freienbach verwaltet in der Gemeinde fünf Bandräume, die sie musikalisch aktiven Jugendlichen zur Verfügung stellt. Eine dieser Gruppierungen von Jugendlichen ist die Rap-Band Electro Micro.

Von Moody Angehrn*

Pfäffikon
. – Rap ist ein Sprechgesang und ein Teil der Kultur des Hip-Hops. «To rap» bedeutet klopfen, pochen, meckern, Gefühle zeigen oder auch Rhythmus und Poesie. Electro Micro sind Nursi Memeti alias Cleanman, Hassan Memeti alias Kaisa Souze, Mirzet Filekovic alias Bazz und Beni Grob alias DJ B-G. Seit zwei Jahren üben die Jungs nun schon im Bandraum, der sich im Untergeschoss des Jugendzentrums befindet. Einen solchen Raum zu besitzen, ist für alle ein grosses Privileg. So verbringen die vier Jugendlichen im Schnitt bis zu 30 Stunden pro Woche in ihrem Studio. Dort werden eigene Beats hergestellt, Aufnahmen gemacht, und es wird getextet. Für das Einrichten des Studios haben die vier Jungs hart gearbeitet, haben sie doch eine Aufnahmekammer gebaut und sie schalldicht abgeschlossen. Die Wände sind mit Graffiti verziert, und zwei Sofas laden zum Verweilen ein. Auch das Equipment war nicht gerade günstig.

Alltägliche Themen
Mit Rappen haben Nursi und Hassan schon vor einiger Zeit begonnen. Nursi rappt nun schon mehr als fünf Jahre, sein kleinerer Bruder Hassan seit drei Jahren. Bazz und DJ B-G sind schon seit einem Jahr aktiv. Electro Micro praktizieren vor allem Strassenraps über alltägliche Themen, die jedem von ihnen auf der Strasse passieren, die jeder von ihnen sieht, macht oder einfach miterlebt. Auch den Rap-Stil «Underground» praktizieren die Jungs. Dort geht es vor allem um die Liebe zur lyrischen und musischen Kunst, der Abneigung gegen die Kommerzialisierung. In ihren Raps haben sie die Möglichkeit der freien Meinungsäusserung, was für die Rapper sehr grosse Freiheit bedeutet. Die Texte sind vor allem Botschaften für Leute, die sie kennen. Des Weiteren sind politische Themen oder Texte über die eigene Vergangenheit, Gewalt und Liebe vorrangig. Es ist eine Art des Ausdrucks und der Sprache, in der sich ihre Kultur widerspiegelt. Im Moment arbeiten die vier an ihrer musikalischen Zukunft. So trifft man sie sehr oft im Bandraum, wo sie an ihren Texten feilen und das Ganze auf einem Mix-Tape aufnehmen. Ziel ist es, einen Plattenvertrag zu bekommen. Durch mehrere Auftritte werden sie sich in nächster Zeit einem breiteren Publikum vorstellen, um auf sich aufmerksam zu machen.

*MOODY ANGEHRN IST  JUGENDARBEITER DER GEMEINDE FREIENBACH


GEMEINSAM LÖSUNG SUCHEN

Von Urs Keller *

Die Stiftung für Erziehung zur Toleranz (SET) und der Zürcher Lehrerinnen und Lehrerverband (ZLV) präsentieren das neue Lehrmittel «RESPECT! Rap für Toleranz in der Schule» und lancieren gleichzeitig mit der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft als Partner den Deutschschweizer Rap-Wettbewerb für Toleranz und Respekt 2007/08. Damit reagieren sie aktiv auf die zunehmende Gewalt unter Jugendlichen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention. Immer öfter sieht sich die Gesellschaft mit Störungen konfrontiert, die das Zusammenleben beeinträchtigen. Gewalt, Rassismus und Mobbing sind drei Stichworte dazu. Davon betroffen sind in zunehmendem Masse Kinder und Jugendliche und damit automatisch auch die Schule. Die SET ist im Sommer 2005 mit der Idee an den ZLV herangetreten, um für die Themen «Gewalt», «Rassismus » und «Ausgrenzung» jugendgerechte Formen der Auseinandersetzung zu schaffen. Der Rap ist dazu geeignet, weil er bei den Jugendlichen beliebt ist. Für ein Lehrmittel ist es entscheidend, ob sich die Schüler begeistern können. Das ist hier erwiesenermassen der Fall. Der Rap setzt Emotionen frei. Nachhaltigkeit erreicht man heute durch Emotionen. «Gewalt und Verwahrlosung an Schulen lassen sich mindern, wenn Jugendliche ihre Persönlichkeit und ihren Hintergrund einbringen können (…), wenn ihnen eine persönliche Performance zugestanden wird (…), wenn Peer-Leader nicht bekämpft, sondern angehört werden.» Dieses Zitat von Allan Guggenbühl, Jugendpsychologe in Zürich, aus dem «NZZ»-Artikel vom 25. April 2006 kann als Leitsatz für unsere Arbeit gesehen werden. Das Projekt holt die Jugendkultur in die Schulen, gibt Jugendlichen die Chance, sich in ihrer Sprache zu äussern und ermöglicht die Auseinandersetzung mit dringenden gesellschaftlichen Themen. Wir sind überzeugt, dass dies eine lust und sinnvolle Möglichkeit darstellt, gemeinsam die bestehenden Probleme anzugehen.

*URS KELLER IST PROJEKTLEITER DES SCHWEIZER RAP-WETTBEWERBS FÜR TOLERANZ UND RESPEKT


DAS NEUSTE IN KÜRZE

Wettbewerb «Wir sind Freienbach»:
Was macht die Gemeinde Freienbach für mich l(i)ebenswert – lebendig? Wie sehe ich mich in der Gemeinde Freienbach? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Beitrag soll icht grösser als eine A3-Seite sein. Gruppenbeiträge sind willkommen. Bitte bis 31. März mailen, bringen oder schicken. Es gibt tolle Preise zu gewinnen. Eventuell erscheint der Beitrag sogar in der Zeitung. Persönliche Angaben nicht vergessen. Der Beitrag geht an die Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach, Churerstrasse 15, Pfäffikon, Telefon 055 410 38 21, jugendzentrum@freienbach.ch.


Die Polizei zu Besuch im «Switch»:
Zwei Polizisten vom Polizeiposten Pfäffikon stehen am Mittwoch, 21. März, 15 Uhr, und am Freitag, 23. März, 20 Uhr Red und Antwort.

Besuch Hauptposten Lachen:
Am Mittwoch, 28. März, wird der Hauptposten Lachen besichtigt. Anmeldung bei Verena oder Moody.

First Friday:
Er findet immer am ersten Freitag im Monat statt, wobei das Jugi von 19 bis 23 Uhr ausschliesslich für Jugendliche aus den ersten Oberstufenklassen zur Verfügung steht.

Partys in der Jugenddisco Uprock:
Zukünftig werden Partys an jedem dritten Samstag im Monat stattfinden – ausser in den Ferien.

Sport am Sonntag:
Zweimal noch findet der Sport am Sonntag für alle Jugendlichen von Freienbach und Wollerau statt. Am 25. März und 15. April steht die Turnhalle Brüel von 16 bis 18.30 Uhr den Jugendlichen zur Verfügung. Hallenturnschuhe nicht vergessen!



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Switch Cafe und Up Rock Disco

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