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«Wünsche sollen wahr werden» Quendresa Saquipi und Joël Lüscher heissen die beiden Jugendlichen, die sich neu in der Jugendkommission (Juko) der Gemeinde Freienbach engagieren. Sie möchten sich für die Belange und Anliegen der Jugendlichen einsetzen. Von Verena Weber
Pfäffikon. – «In der Jugendkommission kann man etwas Gutes für die Jugendlichen bewirken», erklären Quendresa und Joël den Grund, warum sie in der Juko mitmachen wollten. Joël hofft zudem, dass er mit seinem Einsatz in der Juko sein Interesse an der Politik verbessern kann. Quendresa ist 15 Jahre alt, wohnt in Pfäffikon und besucht die 2. Oberstufe. Joël ist 16 Jahre alt, wohnt in Wilen und macht seit diesem Jahr eine Lehre als Lastwagenführer. Beide sehen sich als Vermittler zwischen Jugendlichen und der Gemeinde, die einerseits wissen, was Jugendliche gerne machen, und andererseits Wünsche in die Juko einbringen können, was man zugunsten der Jugendlichen verbessern könnte.
Nicht herumhängen Die Ziele von Quendresa und Joël sind hoch gesteckt: Sie möchten nicht, dass Jugendliche einfach auf der Strasse, am Bahnhof oder im Seedamm-Center herumhängen. «Jugendliche sollen einen Ort haben, an dem sie Kollegen treffen, miteinander reden oder gemeinsam etwas unternehmen können», wünschen sich beide. Das Jugi ist für sie ein solcher Ort. Joël und Quendresa haben das Gefühl, dass sie durch ihr Engagement in der Juko etwas für die Jugendlichen in der Gemeinde bewirken können und dass sie ernst genommen werden. Joël möchte Einfluss auf die Ideen der Jugendlichen nehmen und in der Juko für sie ein gutes Wort einlegen können.
Mehr Veranstaltungen und Anlässe Quendresa möchte sich zusätzlich besonders für die weiblichen Jugendlichen einsetzen. «Mädchen möchten auch ab und zu etwas ohne Jungs unternehmen», stellt sie fest. Leider ist die Juko in der letzten Zeit bei Joël und seinen Kollegen kein grosses Thema. «Normalerweise ist die Juko schon wichtig für mich», hält er fest, «aber im Moment muss ich viel arbeiten, da bleibt nicht mehr so viel Freizeit wie vorher.» Bei Quendresa und ihren Kolleginnen ist die Juko in der Freizeit schon ein Thema. Wichtig ist ihr vor allem, dass die Jugendlichen freundschaftlich und respektvoll miteinander umgehen. Joël wünscht sich, dass es für Jugendliche in der Gemeinde mehr Veranstaltungen und Anlässe gäbe. Den Jugendlichen in der Gemeinde stellen Quendresa und Joël ein gutes Zeugnis aus. «Die Jugendlichen kommen gut miteinander aus, und es gibt fast keine Schlägereien», sagt Quendresa. Joël denkt, dass die Jugendlichen hier Respekt voreinander haben. Ihre Arbeit formulieren sie dann auch kurz und bündig: «Wir möchten Wünsche und Hoffnungen wahr werden lassen.»
Jeden zweiten Monat Die Jugendkommission der Gemeinde Freienbach trifft sich rund alle zwei Monate. Belange für und von Jugendlichen können über Quendresa und Joël eingebracht werden. Das Jugi-Team wünscht den beiden viel Freude mit ihrem Engagement.
Erster Schritt ins Erwachsenenleben
Pubertät bedeutet Veränderung, eine Veränderung körperlicher und geistiger Natur. Für viele Jugendliche ist die Pubertät ein grosser Meilenstein in ihrer Entwicklung. Aus dem Kind wird ein Erwachsener. Von Verena Weber Pfäffikon. – Veränderung ist das Wort, das den Übergang von «Gleich» zu «Verschieden» kennzeichnet. Auch die Pubertät ist eine Veränderung – eine grosse und weitreichende noch dazu. Unter Pubertät wird zunächst mal rein biologisch der Teil der Jugendzeit verstanden, der die sexuelle Entwicklung enthält und zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr zu einem ausgewachsenen Körper führt. Pubertät ist der lateinische Ausdruck für Mannbarkeit.Von ihr spricht man erst seit dem 16. Jahrhundert. Während der Pubertät gibt es grosse Veränderungen im Körper und im Gehirn des betroffenen jungen Erwachsenen. Die Pubertät beeinflusst den emotionalen Zustand und das Sozialverhalten des Jugendlichen. Dies kann sich zum Beispiel in Stimmungsschwankungen äussern. Dafür ist jedoch zum grössten Teil nicht, wie vielfach angenommen wird, die vermehrte Hormonproduktion verantwortlich. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass der Grund darin liegt, dass die Heranwachsenden während der Pubertät vermehrt mit problembelasteten Situationen umgehen müssen.
Als Erwachsene behandeln Situationen werden vor allem dann als schwierig empfunden, wenn diese von Erwachsenen strukturiert werden – wie zum Beispiel Unterricht, Arbeit oder Familienaktivitäten. Durch die grössere Hormonausschüttung wird darauf mit stärkeren Gefühlen reagiert. Zu Problemen zwischen Eltern und Kindern kann zum Beispiel die verbesserte Urteilsfähigkeit des Jugendlichen führen. Das Handeln der Eltern wird plötzlich in Frage gestellt und kritisiert. Aus Sicht des Jugendlichen beginnt die Zeit, in der die Eltern schwierig werden. Heranwachsende wollen als Erwachsene behandelt werden und mehr Verantwortung übernehmen. Da die Eltern ihre Kinder jedoch vor Schaden bewahren wollen, nehmen sie eine Gegenposition ein.
Unterschiede Erstaunlich ist, wie anders Frühentwicklung bei Jungen und Mädchen in der heutigen Gesellschaft angesehen wird. Sich früh entwickelnde Jungen werden von Erwachsenen meistens als entspannt, unabhängig und selbstbewusst angesehen. Die gesteigerte körperliche Leistungsfähigkeit trägt ausserdem dazu bei, dass diese Jungen Führungspositionen unter Gleichaltrigen einnehmen. Bei der Befragung stellte sich aber heraus, dass sie selber sich während der Pubertät weniger wohl fühlten als diejenigen, die später pubertierten. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass sich die spät entwickelnden, kindlicheren Jungen weniger oder keine Gedanken um ihre Sexualität und ihre neue Geschlechterrolle machen. Bei den Mädchen haben körperlich reifere Mädchen selten Führungspositionen unter Gleichaltrigen inne. Sie sind häufiger in abweichendes Verhalten verwickelt und in der Schule schlechter. Sie haben weniger Selbstvertrauen und sind ängstlicher. Mädchen, bei denen die Entwicklung später beginnt, erleben das Gegenteil. Sie werden als körperlich attraktiv, lebendig, sozial und führend in der Schule angesehen.
Wichtiger Faktor Jugendliche haben eine grosse Rebellionsbereitschaft und Veränderungswünsche in sich. Dabei gilt es daran zu denken, dass diese «Sturm-und-Drang-Zeit» als ein wichtiger Faktor in vielen sozialen Bewegungen für positive Veränderungen in der Welt angesehen wird. Viele Veränderungen wären nicht erreicht worden ohne den jugendlichen Optimismus und die Beharrlichkeit, die vielen Erwachsenen irgendwann auf dem Lebensweg verloren gehen.
NEUANFÄNGE UND VERÄNDERUNGEN Von Verena Weber*
«Aller Anfang ist schwer!» So lautet ein altes Sprichwort. Neuanfänge und Veränderungen sind die Themen der heutigen Ausgabe «Brücke zur Jugend». Quendresa und Joël sprechen über ihren Neuanfang in der Jugendkommission der Gemeinde Freienbach. Grosse Veränderungen werden im Artikel über die Pubertät aufgezeigt, eine körperliche und seelische Veränderung vom Jugendlichen zum Erwachsenen.
Für viele Jugendliche haben sich andere, ganz persönliche Neuanfänge und Veränderungen in diesem Jahr ergeben: Sei es der Wechsel von der Schule in die Berufswelt oder der Übertritt in die Oberstufe. Und schlussendlich ist da mein ganz persönlicher Neuanfang auf der Jugendkontaktstelle. Das alles sind Neuanfänge und Veränderungen. Der eine tut sich leicht damit, der andere weniger.
Ich habe meine Arbeit am ersten September in der Jugendkontaktstelle in Pfäffikon begonnen. Der Anfang wurde mir leicht gemacht. Ich wurde sehr herzlich empfangen und aufgenommen. Aber auch ich weiss, dass aller Anfang schwer sein kann. Ich bin Neuanfänge und Veränderungen gewohnt. In meiner Jugend zog meine Familie von Deutschland in die Schweiz. Als Teenager waren meine Wahlmöglichkeiten beschränkt, und so hiess es auch für mich: Auf ins Unbekannte, dem Neuanfang entgegen. Das bedeutete neuer Wohnort, neue Freunde, neue Schule, neue Mentalität. Doch dieser Neubeginn stellte sich als relativ leicht heraus – nachdem erst einmal der erste Schritt geschafft war. Wieder weggehen aus der Schweiz möchte ich auf keinen Fall, denn ich fühle mich hier sehr wohl.
Vor ein paar Jahren wagte ich einen beruflichen Neuanfang. Ich war etabliert in meinem bisherigen Beruf und hatte bereits einige Weiterbildungen abgeschlossen. Doch die Freude an dieser Arbeit fehlte, und so war der Gedanke ans Aufhören gar nicht schwer. Ich entschloss mich, einen weiteren Neuanfang zu wagen und in den sozialen Bereich zu wechseln. Mein Traumziel hiess «Jugendarbeit». Ich verbrachte eine lehrreiche Zeit in einem Internat, wo ich mit Jugendlichen zusammenarbeiten und sehr viel meiner Zeit mit ihnen verbringen durfte. Und dann bot sich mir die Gelegenheit für einen weiteren Neuanfang ganz besonderer Art: die Führung der Jugendkontaktstelle in der Gemeinde Freienbach.
*VERENA WEBER IST LEITERIN DER JUGENDKONTAKTSTELLE DER GEMEINDE FREIENBACH.
DAS NEUESTE IN KÜRZE
«Switch»-Café: Öffnungszeiten Jeweils am Mittwoch von 14 bis 18 Uhr und am Freitag von 19 bis 23 Uhr ist das «Switch»-Café geöffnet. Jugendliche ab der ersten Oberstufe bis 20 Jahre sind willkommen zum Töggelen, Kollegentreffen, Billiardspielen, Filmeschauen, zum Reden und Relaxen. Moody und Verena freuen sich auf euch. Am Tag vor Partys in der Jugenddisco «Up-Rock» bleibt das «Switch»-Café geschlossen.
Partys in der Jugenddisco «Up-Rock» Die nächste Party steigt morgen Samstag von 20 bis 24 Uhr. Willkommen sind alle Jugendlichen ab 1. Oberstufe bis 17 Jahren. Die Daten für die nächsten Partys sind der 11. November, der 25. November und der 16. Dezember.
Jugi im Internet Alle Daten und aktuelle Informationen findet Ihr im Internet unter www.jugendarbeit-freienbach.ch.
ÜBER DIESE SEITE
«Brücke zur Jugend» erscheint heute zum vierten Mal. Die Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach nimmt sich in dieser Ausgabe des Themas «Neuerungen und Veränderungen» an. Neu leitet Verena Weber die Jugendkontaktstelle. Neu engagieren sich Quendresa Saquipi und Joël Lüscher in der Jugendkommission der Gemeinde Freienbach. «Neuland» betreten in gewisser Weise aber auch Jugendliche, sobald sie in die Pubertät kommen. Da stehen nicht nur die Jugendlichen selbst oft vor Problemen, auch Eltern sehen sich unerwarteten Situationen gegenüber. (asz)
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