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Öffentlichkeitsarbeit/Brücke zur Jugend/Brücke zur Jugend, November 05

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Zeitungsartikel: Höfner Volksblatt, 11. November 05

Zwei Gangs erobern die Strassen

Der «Meitlitreff» dreht einen Film über zwei Gangs. Mit Unterstützung der Jugendarbeiterin und aufgrund der guten Infrastruktur im Jugendzentrum der Gemeinde Freienbach geht ein grosser Wunsch der Mädchen in Erfüllung.
von Simone Wicherek*

Im letzten Schuljahr entstand während den «Meitlitreffs» die Idee, einen Film zu drehen. Nach der Gestaltung des Drehbuchs, der Verteilung der Rollen und schliesslich den Filmaufnahmen ist bereits die letzte Klappe gefallen, und der Film ist bald bereit zur Teilnahme am Jugendfilmfestival 2006. Inhaltlich widmet sich der Film der Problematik von Jugendlichen, insbesondere der junger Frauen.

Geschichte aus dem normalen Leben
Der Videofilm erzählt, kurz zusammengefasst, die Geschichte zweier Mädchen-Gangs, die mit verschiedenen schwierigen Situationen konfrontiert werden: Konflikte innerhalb der Gruppe, aber auch mit der Polizei, Drogen und Diebstählen. «Die Geschichte spiegelt Situationen aus dem normalen Leben und zeigt auf, dass man immer eine Lösung finden kann, um eine Veränderung einzugehen», kommentiert Jasmin das Happy End des Films. Ausserdem hält Majlinda fest: «Dies ist ein Thema, das alle Jugendlichen angeht.»
Bis die Filmcrew aber mit den Dreharbeiten beginnen konnte, war viel Arbeit und Zeit nötig. Es hiess, eine anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen, die sehr viele Zwischenschritte beinhaltete; dies geschah ganz im Sinne der Mädchen, wie Ramona bestätigt: «Ich wollte selber einen Film von A bis Z machen; von Anfang an dabei sein, so sieht man immer wieder die Fortschritte.» In Begleitung der Jugendarbeiterin Gabriella Maspoli begannen die Mädchen im Frühling 2005 mit der Entwicklung der Geschichte; auf Basis der zahlreichen Ideen wurde eine spannende Story geschrieben. Nach den Sommerferien teilten sie die Rollen unter sich auf und begannen diese zu üben. Parallel dazu wurde auch das Team hinter der Kamera aktiv. An zwei Tagen wurde dann professionell gedreht. Nun befindet sich der Film im Schneideraum und sollte bis Ende Jahr den Weg zum Publikum im Jugi und an den Wettbewerb des Jugendfilmfestivals 2006 finden.

Neue Rollen einüben

Die meiste Arbeit findet hinter der Kamera statt; dies merkten auch die Mädchen ziemlich schnell. Diejenigen, die Rollen besetzten, mussten sich selber einen Namen geben, Charakterzüge, das Outfit und besondere Merkmale bestimmen. Dabei entstanden Charaktere wie Kelly, Leaderin der Gang, rechthaberisch, Hiphop- Fan, oder Lena, einfaches Mitglied, frech und immer schlecht drauf. Durch kleine individuelle Gruppenübungen machten sich die Mädchen mit der neuen Identität vertraut. «Das Schwierigste dabei», meint Ramona, «ist, in der Rolle zu bleiben und nicht anfangen zu lachen.» Währenddessen begann das Team hinter der Kamera mit der Suche nach den passenden Lokalitäten. Der ideale Drehort, dies war allen klar, befand sich direkt vor der Haustür. Deshalb wurden alle Hauptszenen auf dem Gysko-Areal in Pfäffikon gedreht.

Ein Projekt das verbindet
Für Jugendarbeiterin Gabriella Maspoli war von Anfang an klar, dass es in diesem Projekt nicht nur um das Filmen geht, sondern auch um einen Austausch zwischen Mädchen aus verschiedensten Kulturen, die miteinander an einem Strick ziehen und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben: «Gemeinsame Interessen verbinden, egal wo die Person herkommt. Wenn sich ein kulturelles Thema ergibt, wird es sicher angesprochen, und es soll zu einer Bereicherung für alle beitragen.»
Die Tatsache, dass die Mädchen eine multikulturelle Gruppe bilden, wird von ihnen positiv erlebt. Ramona: «Es kommt nicht auf die Nationalität an, sondern auf den Einzelnen.» Zurzeit läuft das Projekt aus Sicht der Jugendlichen, aber auch für die Jugendarbeiter auf Erfolgskurs. Die Mädchen sind zufrieden – und Jasmin hofft: «Das Projekt soll auch andere motivieren, einen Videofilm zu drehen.» Alle warten nun gespannt auf das Erstlingswerk der Mädchengruppe.

*SIMONE WICHEREK (24), PFÄFFIKON, IST STUDENTIN UND EHEMALIGE BESUCHERIN DES JUGENDZENTRUMS DER GEMEINDE FREIENBACH. SIE UNTERSTÜTZT HEUTE DIE JUGENDARBEITER BEI VERSCHIEDENEN PROJEKTEN.


Wir organisieren gerne
Portrait zweier Mädchen aus der Oberstufe Freienbach

Emel Ibikli und Belinda Bodmer sind Freundinnen. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Freizeit ist das Jugendzentrum Freienbach. Beide nutzen dort die Angebote, beteiligen sich aber auch aktiv. «Wir organisieren gerne, damit im Jugendzentrum etwas läuft», sagen sie.
von Martin Angehrn*

Emel Ibikli ist Türkin und Belinda Bodmer Schweizerin. Beide sind 14 Jahre alt und wohnen in Freienbach. Sie kennen sich schon seit der Primarschulzeit. Doch richtige Freundinnen sind sie erst nach dem Wechsel in die Oberstufe geworden. Ihr kultureller Hintergrund war nie ein Thema in der Entwicklung ihrer Freundschaft. Den Schwerpunkt setzen beide auf das Erleben von gemeinsamen Interessen. Im Sommer verbringen sie draussen sehr viel Zeit, um zusammen in die Badi zu gehen oder sich mit Freunden zu treffen. Im Winter gehen die beiden oft Snowboarden. Doch auch das «Lädelä» und die Besuche im Jugendzentrum gehören zu ihren Freizeitaktivitäten.
Dort treffen Emel und Belinda sehr viele ihrer Kollegen und Kolleginnen zum Plaudern, Billard spielen oder «Töggelen». Doch auch der Kontakt zu den Jugendarbeitern ist für sie sehr wichtig. Beide sind froh, neutrale Bezugspersonen zu kennen, die immer ein offenes Ohr haben. Oft sei es einfach nur wichtig, dass ihnen jemand zuhöre und das Ganze auch vertraulich behandle, sagen sie.
Doch die beiden Mädchen nutzen nicht nur das bestehende Angebot, sie sind auch sehr aktiv, wenn es um das Mitmachen und Organisieren von Aktivitäten geht. Sie nahmen beide an der Malwerkstatt in den Herbstferien teil und verschönerten das Treppenhaus im Jugendzentrum. Sie sind oft Teil des Organisationsteams, das die Party im Jugendzentrum plant und durchführt.
Das Teilnehmen an und das Organisieren von Aktivitäten machen Emel und Belinda echt Spass. Sie sind aktiv, weil sie möchten, dass etwas im Jugendzentrum läuft. Denn es ist das Haus für die Jugendlichen. Durch ihren Einsatz bei verschiedensten Aktivitäten erhoffen sich die beiden, neue Mädchen und Jungen anzuregen, auch mitzumachen.

Sich für das Jugendzentrum einzusetzten ist wichtig
Belinda und Emel sind sich einig. Man sollte doch einfach mal vorbeikommen und selber erleben, was so alles im Jugendzentrum passiert oder gemacht wird. Sei dies, um in Projekten mit dabei zu sein oder auch selber Initiative zu übernehmen. Das Jugendzentrum ist nur offen, wenn Jugendliche sich einsetzen und mitmachen. Ansonsten bleibt das Haus geschlossen. Es wird bewusst auf Eigeninitiative und Selbstverantwortung geachtet. Die beiden wünschen sich mehr Partys, an die auch Jugendliche kommen, die bis jetzt noch nicht da waren. Nur so lebt das Haus weiter.
Emel hat sogar eine Schnupperwoche im Büro der Jugendkontaktstelle absolviert. Sie wollte schon lange einmal wissen, was die Jugendarbeiter alles an Hintergrundarbeiten zu erledigen haben. So konnte sie eine Woche lang in die Arbeit der Jugendkontaktstelle reinschauen und mitwirken.
Belinda und Emel sind zwei von vielen Jugendlichen, die mit ihrem ständigen Engagement die Möglichkeiten schaffen, damit das Jugendhaus ein aktiver und offener Freizeitort ist.

*MARTIN ANGEHRN IST JUGENDARBEITER DER GEMEINDE FREIENBACH.


Kommentar, von Gabriella Maspoli*
Die Tätigkeit in der Jugendarbeit hat in ihrer Entwicklung immer mehr neue Funktionen bekommen. Aus der ursprünglichen Jugendtreffarbeit haben sich ständig neue Aufgaben definiert. Eine der Hauptaufgaben, die ich in meiner Arbeit sehe, ist sicher die der Brückenbildnerin zwischen verschiedenen Welten.

Einerseits geht es darum, den Jugendlichen in der Gemeinde einen Raum zu schaffen und so eben auch Brücken zu ermöglichen zu den Welten der Erwachsenen. Anderseits geht es auch immer wieder darum, Brücken zu legen zwischen den Jugendlichen selbst.

Unter Brücken legen versteht sich hier die Aufgabe, Möglichkeiten zu bieten, damit die Jugendlichen die Welten anderer Jugendlicher kennen lernen können.

Brücke versteht sich hier aber auch als Verbindung, um in andere Welten eintreten zu können. Dies heisst eben nicht nur Wahrnehmen, sondern auch direktes Erleben. Eine grosse Herausforderung, doch eine notwendige Aufgabe in einer Gesellschaft, in der die Multikulturalität und das Anderssein nicht mehr wegzudenken sind. Nur so können die Akzeptanz des Gegenübers und noch mehr der Respekt sowie die Toleranz für das Andere gelernt werden.

In meiner Arbeit ist dies alltägliches Brot. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen und Sprachen erlebe ich stets als eine Bereicherung. Durch die ständigen Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse mit Jugendlichen in meiner Arbeit lerne ich immer wieder dazu. Ich sehe es als eine Bereicherung an, die mir viele kleine offene Fenster über andere Kulturen schenkt und die Welt von Jugendlichen ausländischer Herkunft besser verstehen lässt. Gleichzeitig ist es eine ständige Auseinandersetzung mit meiner Kultur, die ich immer wieder erforsche.

Ich bin überzeugt, dass ich mit dieser Arbeit nicht die Welt ändern werde. Doch die Sensibilisierung für diese verschiedenen Kulturen, die die Jugendlichen in sich tragen, ist einer von vielen Schritten, der Vorurteile abbauen kann.

Ich träume davon, eines Tages Menschen auf dieser Welt zu begegnen, die nicht die Kultur ihres Herkunftlandes ständig verteidigen müssen, sondern wegen ihrer Multikulturalität geschätzt und als Weltmenschen angeschaut werden.

*GABRIELLA MASPOLI IST SOZIOKULTURELLE ANIMATORIN AUS ZÜRICH UND LEITET DIE JUGENDKONTAKTSTELLE/JUGENDZENTRUM DER GEMEINDE FREIENBACH.


Veranstaltungen

Sonntag-Sport
Am Sonntag, 13. und 27. November 2005, wird zum dritten Mal die Sonntag- Sport-Saison in der Turnhalle Brüel in Pfäffikon eröffnet. Von 16.30 bis 18.30 Uhr können Jugendliche Fussball oder Basketball spielen. Der Sonntag-Sport ist offen für alle Jugendlichen ab der ersten Oberstufe bis 20 Jahre.

Film-und-Disco-Nacht
Am Samstag, 19. November 2005, wird um 20 Uhr in der Disco des Jugendzentrums der Film «Dilemma» von Tobias Ineichen gezeigt. Anschliessend findet eine Podiumsdiskussion statt. Mit dabei ist auch Veli Berisha, der Hauptdarsteller des Films. Der Abend ist für Jugendliche und Erwachsene offen. Um 22 Uhr beginnt die Discoparty.

Meitlitreff
Am Mittwoch, 30. November 2005, findet der «Meitlitreff» für alle Schülerinnen aus den ersten Oberstufen im Jugendzentrum «Switch» statt. Von 14.30 bis 16.30 Uhr sind «Drinks, Party und Tanzen» angesagt. Die Mädchen können sich selber alkoholfreie Cocktails mixen. Treffpunkt ist in der Disco.


Über diese Seite
«Brücke zur Jugend» ist der Titel dieser neuen Zeitungsseite. Sie wird von der Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach gestaltet – in Zusammenarbeit mit verschiedenen Personen, die mit Jugendlichen arbeiten –, und von Jugendlichen selber. Sie wird viermal im Jahr erscheinen und soll eine Informationsplattform bieten für Erwachsene und Jugendliche.


Impressum
Verantwortlich für den Inhalt dieser Ausgabe: Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach
Redaktoren: Gabriella Maspoli, Martin Angehrn, Simone Wicherek
Bilder: Jugendzentrum, Jugendkontaktstelle



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