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Öffentlichkeitsarbeit/Brücke zur Jugend/Brücke zur Jugend November 2007

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Über diese Seite

«Brücke zur Jugend» erscheint zum siebten Mal im «Höfner Volksblatt» und behandelt heute das Thema «Werte und Wünsche». Einerseits wird der Frage nachgegangen, welche Werte die Jugend heute noch hat, andererseits wie respektive ob sie ihre Wünsche diesen unterordnen. «Brücke zur Jugend» entsteht in Zusammenarbeit mit der Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach, die auch für den Inhalt verantwortlich ist.


«Alle sollten sich respektieren»

Aufgrund der vielen negativen Medienberichte in den letzten Monaten über Alkoholmissbrauch, Jugendgewalt und sexuellen Missbrauch fragen sich viele Erwachsene: Hat die Jugend von heute überhaupt noch Werte? Oder stehen diese nur noch der bedingungslosen Erfüllung ihrer Wünsche im Weg? Die Jugendarbeiter der Jugendkontaktstelle fragten die Jugendlichen selbst.

Von Renato Hüppi*

Pfäffikon. – «Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.» Diese Feststellung machte der grosse Philosoph Sokrates vor rund 2400 Jahren. Der Eindruck, die heutige Jugend sei schlimmer als früher, scheint durch diese jahrhundertealte Aussage um einiges relativiert. Und doch ist die Gefahr gross, dass wir durch die allwöchentlichen Berichte über negative Ereignisse im Zusammenhang mit jungen Menschen den Eindruck gewinnen, die junge Generation hätte keine Werte mehr.

Familie und Freunde das Wichtigste
Wir versuchten, diesen Wahrnehmungen auf den Grund zu gehen, und interviewten 13 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren aus der Gemeinde Freienbach. Die Antworten fielen völlig anders aus, als dies aufgrund der momentanen Berichte in den Medien zu erwarten war. Beispielsweise meint Dardan: «Ich finde es wichtiger, dass man seine Kollegen hat, auf die man sich verlassen kann, als dass man ‹hure› viel Geld und falsche Kollegen hat. Falsche Kollegen haben einen vielleicht nur wegen des Geldes gerne. Aber wenn du kein Geld hast und du hast die richtigen Kollegen, dann ist alles andere scheissegal. Mit Familie und Verwandten ist es genau dasselbe.» Oder Flakron: «Sport, Familie, Kollegen, Frau, alle Verwandten und alles Zwischenmenschliche. Das ist mir wichtiger als das Materielle.» Auch für Lisa stehen Gesundheit, Familie und Job im Vordergrund. Es ist für sie weniger von Bedeutung, ein tolles Auto zu fahren oder ein grosses Bankkonto ihr eigen zu nennen. Die Jugendlichen sind sich vielmehr bewusst, wie wichtig es beispielsweise ist, in der Schule gute Noten zu haben, damit es später einfacher fällt, eine gute Lehrstelle zu finden.

Sich gegenseitig respektieren
Wenn es um Wünsche und Träume geht, fallen anfangs natürlich Schlagworte wie «Millionär» oder «berühmter Rapper» werden.Aber schon nach kurzer Zeit sind sich alle einig, dass es nicht um die Interessen eines Einzelnen geht, sondern vielmehr um die der ganzen Gesellschaft. Oder wie Hava weiter ausführt: «Ich würde die Leute ändern, Manieren, anständiges Verhalten. Alle sollten sich gegenseitig respektieren.» Und Qendresa fügt hinzu: «Ich würde schauen, dass Arbeitslose nicht hängen und einen Job bekommen. Ich würde denen auch helfen, dass sie Arbeit finden.» Was auch immer wieder zur Sprache kommt, ist der Wunsch an die Erwachsenen, mit Jugendlichen respektvoll umzugehen. Flakron beispielsweise findet: «Wir können mehr als ihr denkt! Unterstützt uns, wenn wir Ideen haben oder Hilfe brauchen.» Oder Lea: «Wenn ihr was sagt, dann haltet euch daran. Behandelt uns nicht wie kleine Kinder, wir sind ja nicht dumm und haben auch schon viel miterlebt.»

Realistische Träume

Die Jugendlichen sprechen auch mehrheitlich von erreichbaren Zielen. Der eine möchte Informatiker werden und vielleicht mal ein eigenes Geschäft haben. Der andere möchte in die 1. Mannschaft des FC Freienbach und mit ihr wieder in die 1. Liga aufsteigen. Vielleicht sogar mal beim FC Zürich oder in der Schweizer Nati spielen.Wieder jemand anders möchte Kinderarzt werden, weil er Kinder mag. Vom Gangsterrapper wie 50 Cent oder dem millionenschweren Designer mit eigener Marke ist nur anfangs die Rede. Die Jugendlichen scheinen sehr wohl zwischen realistischen und fiktiven Träumen unterscheiden zu können. Und sie sind sich auch bewusst, dafür etwas leisten zu müssen. Ein grosser Teil der Jugendlichen hilft in der schulfreien Zeit auch schon bei den Eltern oder arbeitet in Ferienjobs, um Geld zu verdienen und erste  Berufserfahrungen zu sammeln. Interessanterweise merken einige sogar an, sie wünschten sich, sie hätten schon früher mehr für die Schule getan und diese ernster genommen; denn so wäre es einfacher gewesen, im Schulstoff der Berufsschule mitzukommen.

Wünsche vor Werten?

Alle Teenager finden, es stehe ihnen eigentlich wenig im Weg, sich selbst zu verwirklichen und die Dinge zu tun, die ihnen Spass machen. Deshalb stellt sich bei ihnen die Frage weniger, ob sie den von der Gesellschaft vorgegebenen Werten zuwiderhandeln müssen, um sich auszuleben. Dies hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass auf dem «Land» gegenüber den Städten noch viele Freiräume bestehen und man in einem der vielen Vereine noch Möglichkeiten zum «Austoben» hat. Andererseits ist es heute in der Öffentlichkeit auch schwerer, beispielsweise mit äusseren Merkmalen wie Tattoos, langen Haaren und Piercings Aufmerksamkeit zu erzeugen und gar zu provozieren. So müssen die Jugendlichen auf die Frage, ob sie manchmal das Gefühl haben, anzuecken, wenn sie ihre Wünsche durchsetzen möchten, respektive ob ihnen dies sogar Spass macht, meist lange nachdenken. Laute Musik, mit der Clique am Bahnhof rumhängen und die Unordnung zuhause im eigenen Zimmer sind die am meisten genannten Beispiele. Aber alle finden übereinstimmend, sie hätten eigentlich genügend Freiheiten und Möglichkeiten, sich auszuleben. Auch scheint für die meisten Jugendlichen das Provozieren von Reaktionen aus dem Umfeld weniger ein Thema zu sein. Im Gegenteil, Dardan findet sogar: «Also, was ich zum Beispiel blöd finde, ist, wenn ich den Leuten Grüezi sage und sie dann nichts erwidern. Ich grüsse immer, und oft grüssen sie nicht zurück.Von zehn Leuten grüssen vielleicht drei oder vier zurück.»

Überwiegende Mehrheit
Der subjektive Eindruck der Bevölkerung ist im Moment wohl ein anderer. Durch die vielen Pressemeldungen ist man sicherlich sensibilisiert auf das Thema und achtet darum wohl auch vermehrt auf Teenager, die sich nicht zu benehmen wissen. Auch ist aus den vielen Statistiken, die mittlerweile fast täglich publiziert werden, in den letzten Jahren ein Anstieg von Gewalttaten Jugendlicher ersichtlich. Und doch sollte man dabei nicht vergessen, dass die überwiegende Mehrheit junger Menschen in der Schweiz es als elementar betrachtet, respektvoll mit seinem Gegenüber umzugehen. Und sie sind dazu bereit, für ihre Träume zu arbeiten und Opfer zu erbringen.

*RENATO HÜPPI IST SOZIOKULTURELLER JUGENDANIMATOR IN AUSBILDUNG IN DER JUGENDKONTAKTSTELLE DER GEMEINDE FREIENBACH; KONTAKT UNTER TELEFON 055 410 38 21, E-MAIL: JUGEND ZENTRUM@FREIENBACH.CH, INTERNET: WWW.JUGENDARBEIT-FREIENBACH.CH.


KOMMENTAR JUGENDWERTE


Von Christian Stauffacher*

Haben unsere Jugendlichen keine Werte mehr oder sind diejenigen der Erwachsenenwelt nicht erstrebenswert? Ertränkt die Konsumgesellschaft den Widerstand und die Innovationskraft der Jugend in der allgemeinen Genusssucht?

Unsere westlicheWohlfahrtsgesellschaft ist geprägt von einer Wertevielfalt von nie da gewesenem Ausmass. Unsere Jugend ist ein Abbild davon. Fachleute benennen heute rund 20 verschiedene Jugendszenen mit entsprechenden Untergruppen. Alle sind säuberlich erfasst und schubladisiert. Kluge Köpfe in der Mode- und Trendbranche entwickeln eifrig Produkte, Kleidung und Accessoires, damit diese Szenen stets mit je eigenen und für sie passenden Labeln bedient werden.

Wie steht
es um die Werte der traditionellen erwerbstätigen Erwachsenenwelt: Ordnungsliebe, Pünktlichkeit, Eifer, Zuverlässigkeit und Sparsamkeit? Diese werden längst nicht mehr in einheitlicher Form gelebt und gefordert. Je nach Ausrichtung treten zudem Ablehnung von Fremden, Konsumismus, Zynismus, einseitige Leistungsorientierung auf. Jugendszenen nehmen einzelne dieser Werte auf und lehnen sie entweder entsprechend heftig ab, oder aber sie nehmen sie in Extremform für sich in Anspruch.

Für die
Phase der Jugend ist die Reibung und Auseinandersetzung mit den Werten der Erwachsenen zentral. Da die Wertelandschaft heute extrem vielfältig ist, stehen junge Menschen vor einer schier unüberblickbaren Auswahl, vergleichbar mit dem Warenangebot eines modernen Einkaufszentrums. Die Wahl ist sehr oft eine Qual. Für welche Ausrichtung sich ein Jugendlicher entscheidet, scheint rein zufällig zu sein, je nachdem mit welcher Szene gerade eine positive Berührung stattfindet.

Die aktuelle
Shellstudie benennt die heutige Jugend als eine pragmatische Generation. Ihre zentralen Bedürfnisse sind demnach «Karriere machen» und «toll aussehen». Demgegenüber steht eine kleine Zahl von Jugendszenen, die Widerständigkeit und Gesellschaftskritik
leben. Solche Jugendlichen werden von der Erwachsenenwelt jedoch seit je her als Bedrohung empfunden. Es bleibt zu hoffen, dass wir Erwachsenen es weiterhin schaffen, die Jugend als die Träger der Zukunft zu erkennen und ihren Anliegen Beachtung zu schenken.

*CHRISTIAN STAUFFACHER, SCHWANDEN (GLARUS), IST ABTEILUNGSLEITER BILDUNG DER GEMEINDE FREIENBACH.


AKTIVITÄTEN DER JUGENDKONTAKTSTELLE

Sport am Sonntag und Surf-Party
An den Sonntagen des 9. Dezember 2007 sowie des 13. Januar, 10. Februar und des 30. März 2008 werden abwechslungsweise die Turnhalle Brüel in Pfäffikon (9.12.2007/ 10.2.2008) und die Turnhalle Runggelmatt in Wollerau (13.1.2008/ 30.3.2008) für Sport am Sonntag geöffnet sein. Von 16 bis 18 Uhr können dort Jugendliche Fussball, Basketball oder andere Sportarten betreiben. Der Sonntagssport ist offen für alle Jugendlichen ab der ersten Oberstufe bis zum Alter von 20 Jahren. Am 17. November dieses Jahres steigt die erste offizielle Surf- und Skaterparty im «Uprock» in Pfäffikon. Das Partyteam organisiert für dich einen coolen Soundmix (Surfpunk, Alternative und Indie-Rock) und eine heisse Sommerdekoration. Wer im Hawaii-Hemd (Hemd mit Blumenmuster), mit einem Sommerhut und/oder einer Hawaii-Blumenkette kommt, erhält gratis einen coolen Sommerdrink, gemixt von unserer Shakercrew an der «Zero-Limit-Bar»: 0% Alkohol – 100% Spass! Offen ist die Party für alle Jugendlichen ab der ersten Oberstufe bis 17 Jahre.

First Friday
Bist du in der ersten Oberstufe? Dann komm doch auch vorbei. Jeden ersten Freitag im Monat ist das «Switch» speziell für dich geöffnet. Hier kannst du in gemütlicher Atmosphäre von 18 bis 22 Uhr Musik hören, töggelen und chillen.

Was sonst noch läuft
Die folgenden Aktivitäten bietet die Jugendkontaktstelle ebenfalls an: Die DJ- und Shaker-Kurse für die erste Oberstufe haben begonnen; Primarschulklassen werden in Präventionsprojekten unterstützt.

Jugendzentrum Aktuelles Veranstaltungskalender Gemeinde Freienbach
Switch Cafe und Up Rock Disco

.Hausordnung

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