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Alles andere als langweilig
Im Shoppingcenter und am Bahnhof rumhängen und zu Hause nur fernsehen und Playstation spielen. Sport, wenn überhaupt, nur in der obligatorischen Turnlektion, und möglichst die ganze Woche bis spät abends mit Freunden unterwegs sein.
Von Renato Hüppi*
Pfäffikon. – Sind dies alles nur Vorurteile gegenüber der Freizeitgestaltung der heutigen Teenager? Ist ihr Leben ausschliesslich auf Spass und Vergnügen ausgerichtet? Langeweile scheint bei den Höfner Jugendlichen keine zu herrschen. Eine vom Jugendzentrum Pfäffikon durchgeführte Umfrage bei 15 Jugendlichen aus der Gemeinde Freienbach ergab, dass sie eigentlich ganz zufrieden mit dem Freizeitangebot sind. Dies wohl auch aufgrund des grossen Angebots von Vereinen im Bezirk Höfe, in welchen vor allem Schweizer Jugendliche ihre Zeit nebst der Schule verbringen. Unser Eindruck ist, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund, ausser beim Fussball, weniger in Vereinen mitwirken. Dies, weil ihnen meistens der Bezug zum Verein fehlt. Vielfach werden Neumitglieder über Kollegen, Geschwister oder Eltern rekrutiert, die bereits im Verein dabei sind. Und sicherlich spielt ebenfalls eine Rolle, dass Schweizer allgemein viel stärker in die Vereinskultur eingebettet sind. Neben dem Vereinsleben stehen jedoch ebenso Computer, Spielkonsole und Fernseher hoch im Kurs. Einerseits wird es als willkommene Möglichkeit gesehen, um etwas abzuschalten und sich zu entspannen. Andererseits kann man sich am Computer via Chat (MSN) mit Kollegen austauschen oder neue Leute kennenlernen.
Wenige arbeiten in der Freizeit Die digitalen Medien sind vor allem in den Wintermonaten ein Thema, wenn es zu kalt ist, um draussen herumzutoben. Im Sommer ist es allerdings auch für die Jugendlichen, die sich nicht unbedingt als sehr sportlich sehen, selbstverständlich, rauszugehen. Auch sie skaten, schwimmen oder spielen Fussball in den warmen Monaten. Hauptsache, es stehen Spass und Erholung im Vordergrund. Arbeiten dagegen ist in der Oberstufe kaum ein Thema. Ein paar Mädchen verdienen sich mit Babysitten ein Sackgeld, um beispielsweise shoppen gehen zu können. Die andere Möglichkeit, die genutzt wird, ist das Arbeiten an Partys im Jugendzentrum hinter der Bar oder an der Kasse. Dort gibt es dann je nach Besucheranzahl und eigenem Einsatz einen kleinen Lohn.
Kaum zeitliche Vorschriften Von den befragten Oberstufenschülern und -schülerinnen sagen einige, dass es ihren Eltern kaum eine Rolle spiele, wann sie nach Hause kämen. Einige der befragten Jugendlichen dürfen ebenfalls unter der Woche bis zum späteren Abend unterwegs sein, ohne dass sie Konsequenzen von zu Hause her fürchten müssen. Auch müssen wenige der befragten Teenager daheim im Haushalt mithelfen. Und wenn, dann sind es eher die Mädchen als die Jungs. Die durchschnittliche Zeitspanne, die den Eltern geholfen wird, beträgt zwei bis drei Stunden pro Woche. Wobei dabei meistens noch das Aufräumen des eigenen Zimmers mit einberechnet ist. Allgemein können sich die interviewten Jugendlichen praktisch ihre komplette Freizeit ohne grosse Vorschriften ihres Umfelds selbst einteilen.
Schularbeit ist selbstverständlich Hausaufgaben machen und für die Schule lernen ist für die meisten der befragten Jugendlichen eine Selbstverständlichkeit. Es wird im Schnitt nebst der Schule etwa eine halbe bis zu einer Stunde pro Tag gelernt. Allerdings bemängeln alle Jugendlichen durchs Band – mit einem Augenzwinkern –, dass sie zu wenig Schlaf hätten. Und wenn sie zwei Stunden mehr Zeit pro Tag zur Verfügung hätten, würden sie diese bestimmt für das Nachschlafen einsetzen. Es kann jedoch im Allgemeinen gesagt werden, dass die Jugend ihre Freizeit durchaus ausgeglichen gestaltet. Mit Sport, Verein, Schule und Babysitten haben die meisten Teenager – neben Computer, Fernsehen und Rumhängen – diverse sinnvolle Aufgaben in ihrer schul- und pflichtfreien Zeit.
*RENATO HÜPPI ARBEITET 60% ALS JUGENDARBEITER IN AUSBILDUNG IN DER JUGENDKONTAKTSTELLE DER GEMEINDE FREIENBACH.
Sport als Freizeitangebot Jugendliche verbringen ihre Freizeit auf viele Arten. Es gibt das offene Freizeitangebot der Jugendarbeit, aber auch viele Vereine, die den Jugendlichen zur Nutzung zur Verfügung stehen. Der Verein Red Devils March-Höfe Altendorf ist einer davon.
Von Pascal Müller*
Ausserschwyz. – In der Saison 2007/2008 starteten die Red Devils mit 240 Aktivmitgliedern, wovon 140 Juniorinnen und Junioren sind, also Kinder und Jugendliche aus dem Raum March und Höfe. Von den Jüngsten (Junioren D) bis zu den Ältesten (U21) zählt der Verein acht Mannschaften. Diese sind in mehreren Regionen in Teams auf der gleichen Stufe eingeteilt, um ohne grosse Umstände Trainings in den jeweiligen Hallen durchzuführen. Die einzelnen Juniorenstufen werden speziell gefördert und trainiert. Es ist klar, dass man beim Unihockey bei den Jüngsten nicht gross auf die Taktik setzt, sondern nur die Grundlagen der Spielweise anschaut und mehr das spielerische Element im Vordergrund steht. Die Trainer beachten auf dieser Stufe auch, dass die Kinder polysportiv etwas lernen können. Also fokussiert man sich nicht nur aufs Unihockey, sondern lässt sie zum Aufwärmen auch mal ein Alle-gegen-Alle oder Fussball spielen.
Unterschiedliche Trainingsintensität Während man bei den D-Junioren (Jahrgang 1996 bis 1999) einmal in der Woche trainiert, findet das Training von den C-Junioren (Jahrgang 1994 bis 1995) bis zu den U21-Junioren zweimal wöchentlich statt. Bei jeder Mannschaft sind es mindestens zwei Trainer, die die Trainings organisieren und die Junioren an die Meisterschaftsrunden begleiten. In einer Saison, die von Oktober bis März dauert, spielt eine Juniorenmannschaft rund neun Runden. In jeder Runde sind zwei Spiele zu absolvieren. Die U21-Junioren bilden da die Ausnahme. Sie konnten die letztjährige Saison mit dem Aufstieg in eine höhere Stufe abschliessen und absolvieren die Saison mit Einzelspielen und nicht mit Meisterschaftsrunden. Der Unterschied besteht darin, dass sie die Hälfte der Spiele in der Halle in Altendorf spielen, also in der «Heimhalle», und die andere Hälfte jeweils beim entsprechenden Gruppengegner. Ob die Jugendlichen letztlich den Sprung in die 1. Herrenmannschaft, die in der dritthöchsten Liga agiert, schaffen oder ob sie auf eine der anderen Herrenmannschaften ausweichen, hängt dann logischerweise vom Willen und Talent jedes Einzelnen ab.Was sich auf keiner Stufe verändert, ist der Fokus auf die Teamzusammengehörigkeit und der faire «Kampf» auf dem Feld. In einer Mannschaftssportart wie dem Unihockey ist es sehr wichtig, den Teamgeist aufrecht zu erhalten und zu fördern.Auch wenn zwei Spieler vielleicht mal Differenzen haben, darf dies spätestens auf dem Spielfeld keine Rolle mehr spielen. Man kämpft als Team, verliert als Team und gewinnt als Team, und wenn das Team als solches nicht funktioniert, kann der Trainer nicht zufrieden sein. Immerhin steckt er viel Arbeit in ein Juniorenteam. Er muss ein- bis zweimal in der Woche ein gutes und abwechslungsreiches Training vorbereiten und leiten. Ausserdem müssen auch die Meisterschaftseinsätze koordiniert werden, damit man rechtzeitig in der entsprechenden Turnhalle ist. Spielt der Trainer zusätzlich sogar noch selbst aktiv in einer Mannschaft, hat er sich ganz dem Verein verschrieben – einem Verein, dessen Ziel es ist, den Jugendlichen und Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten.
*PASCAL MÜLLER IST TRAINER DER D-JUNIOREN BEI DEN RED DEVILS. DER VEREIN RED DEVILS MARCH-HÖFE ALTENDORF BESTEHT SEIT DER FUSION DER BEIDEN AUSSERSCHWYZER VEREINE UHC MARCH-ALTENDORF UND UHC PFÄFFIKONFREIENBACH IM JAHR 2002.
KOMMENTAR: DIE SACHE MIT DEN STEINEN
Von Daniela Pfyl*
Vor einiger Zeit besuchte ich einen Vortrag zum Thema «Zeit». Die Referentin legte grössere Steine in ein Glas, füllte das Glas dann randvoll mit Kieselsteinen, Sand und zum Schluss mit Wasser. «Stellen Sie sich vor, das Glas wäre Ihre Agenda», forderte sie uns auf. «Wann ist unser Glas voll?» Sie machte uns Zuhörern auf anschauliche Weise klar, wie «aufgefüllt» unser Alltag doch ist.
Die grossen Steine sollen das Wesentliche in unserem Alltag symbolisieren, mit den weiteren Zutaten füllen wir jede Minute aus. Dank Mobilität, moderner Technik und dem zunehmenden Freizeitangebot wird die Palette der Beschäftigungsmöglichkeiten immer grösser. Ein Leben ohne Telefon und Internet ist inzwischen undenkbar. Wir alle rasen auf der Überholspur, möglichst viel muss in immer weniger Zeit erledigt werden.Wir sind gestresst, und obwohl wir immer älter werden, wird die Zeit immer knapper.
Doch etwas Wichtiges dürfen wir nicht vergessen: Liebe und Geborgenheit sind nicht auf die Schnelle zu holen. Und so drängen sich mir einige Fragen auf.Wenn wir durchs Leben rasen, bleiben da unsere Kinder nicht auf der Strecke? Gönnen wir ihnen die Musse, die sie so dringend brauchen, oder verplanen wir auch schon ihre Tage?
Was ist das Wesentliche in unserem Glas? Ist es der neue Sportwagen in der Garage oder die tolle Eigentumswohnung? Ist es ein Fussballmatch des Sohns, ein lustiger Kinonachmittag mit der Tochter, ein gutes Gespräch mit unserem Teenager?
Irgendwann und viel zu schnell werden aus Kindern junge Erwachsene. Plötzlich befinden sie sich in der rasenden Erwachsenenwelt. Musse und Pausen sind verpönt, nur wer Gas gibt und etwas leistet, kriegt auch Anerkennung. Haben wir Eltern unseren Kindern alle wichtigen Dinge in den Rucksack gepackt, damit sie nicht überfahren werden oder auf dem Pannenstreifen stehenbleiben?
Ich denke, ich nutze die Gelegenheit, mein Glas wieder einmal neu zu füllen. Zwischen Familie, Beruf und Haushalt hin und her hetzend, habe ich mehr als genug Sand und Wasser in meinem Glas, ab und zu bringe ich es sogar zum Überlaufen. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Vielleicht schauen Sie auch einmal kurz in Ihr Glas hinein …
*DANIELA PFYL ARBEITET IN DER ABTEILUNG BILDUNG DER GEMEINDE FREIENBACH UND IST MUTTER VON ZWEI TEENAGERN. DAS NEUESTE IN KÜRZE
Impressum Verantwortlich für den Inhalt dieser Ausgabe: Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach Redaktoren: Renato Hüppi, Pascal Müller, Daniela Pfyl Bilder: Jugendzentrum
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