 |
 Öffentlichkeitsarbeit/Brücke zur Jugend/Brücke zur Jugend - November 2009





|
 |
Immer am Ball bleiben
Alle Jahre wieder: Kaum sind die Sommerferien vorbei, beginnt für die Schüler und Schülerinnen der dritten Oberstufe die Suche nach einer Lehrstelle. Diese erweist sich für viele als gar nicht so einfach.
Von Anina Peter*
Pfäffikon. – Für das erfolgreiche Bewerben ist es wichtig, am Ball zu bleiben und Ressourcen zu nutzen. Auch die Unterstützung von Familien und Freunden ist elementar. Aber auch verschiedene Institutionen bieten Unterstützung im Bewerbungsprozess an, damit die Lehrstelle nicht zur Leerstelle wird.
Musterschüler mit Beziehungen Jedes Jahr wird in der Schweiz Ende August die Jagd nach Lehrstellen eröffnet. Jedes Jahr kämpfen Tausende von Jugendlichen in der Schweiz um einen Ausbildungsplatz. Und jedes Jahr werden die Auswahlkriterien härter. Den Ausbildungsfirmen mangelt es nicht an Auswahl «lehrwilliger » Bewerber. Schulische Bestnoten, gute Sozialkompetenzen und ein grosses Beziehungsnetz sind wichtige Kriterien in der Auswahl der neuen Lehrlinge. Mittlerweile sind auch ausserschulische Tests und Abklärungen – wie zum Beispiel der kostenpflichtige Multicheck – unabdingbar. Und auch dort müssen natürlich ausgezeichnete Resultate vorgewiesen werden. Die Erwartungen unserer Leistungsgesellschaft sind hoch – auch an die zukünftigen Arbeitskräfte in Ausbildung.
Leistungsdruck Die Jugendlichen stehen während der Lehrstellensuche extrem unter Druck. Ein Berufsfeld finden, das passt und gefällt, ist die erste Hürde. Darauf folgen das Zusammenstellen von Bewerbungsdossiers, das Stellensuchen, das Beweisen in Schnupperlehren und Vorstellungsgesprächen und, und, und. Oftmals müssen Berufswünsche begraben oder auf andere Arbeitsfelder ausgeweitet werden. Am belastendsten ist wohl aber das Entgegennehmen von Absagen und negativen Rückmeldungen. Die Angst vor dem Versagen und dem «Nicht- Genügen» ist allzeit präsent. Mit dem Stapel von Absagen wächst auch die Gefahr aufzugeben. Damit es nicht so weit kommt, ist die Unterstützung und Motivation durch die Familie und Freunde sehr wichtig. Glücklich, wer diese bekommt und in seinem Bekanntenkreis Halt finden kann.
Hol dir Unterstützung Wer dieses Privileg nicht hat, kann sich externe Unterstützung holen. So helfen nicht nur Berufsberater, sondern zum Beispiel auch die regionalen Jugendarbeitsstellen im Rennen um eine Lehrstelle. Auch die Jugendkontaktstelle Freienbach bietet Unterstützung vor, während und auch nach der Lehrstellensuche. Die Jugendlichen können sich dort im Vorfeld mit Informationen zu verschiedenen Berufsfeldern versorgen oder im Netz mit oder ohne Unterstützung nach solchen suchen. In weiteren Schritten helfen die Jugendarbeitenden beim Schreiben und Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen und Dossiers. Stilgerechte Briefe zu schreiben, will und muss gelernt sein. Dasselbe gilt bei der Zusammenstellung von relevanten Infos im Lebenslauf und der Wahl des richtigen Bewerbungsfotos. Auch bei telefonischen Abklärungen – sei es zum Suchen einer Schnupperlehre, eines Stellenangebots oder beim Abmachen eines Vorstellungstermins – wird in der Jugendkontaktstelle weitergeholfen. Der Jugendliche hat die Möglichkeit, vor dem «grossen» Moment mit einem Erwachsenen seine Gesprächsführung zu üben, auszutesten und zu verbessern. Ausserdem haben die Jugendarbeitenden natürlich immer ein offenes Ohr für die geforderten Jugendlichen. Dampf ablassen, Rat holen, sich einfach mal aussprechen – auch das kann wichtig sein, um im ganzen Lehrstellen- Trubel nicht unterzugehen.
*Anina Peter ist Jugendarbeiterin in Ausbildung in der Jugendkontaktstelle Freienbach.
TIPPS VOM FACHMANN MIT ENGAGEMENT ZUM ERFOLG
Von Sonja Hurter*
Erfolgreich zu deiner Lehrstelle: Bist du auf der Suche nach einer passenden Lehrstelle? Mit guter Vorbereitung und Durchhaltewillen kannst du Erfolg haben.
Wer bist du und was kannst du? Im Berufswahlunterricht hast du diese Fragen intensiv behandelt. Wenn du dich nochmals mit diesem Thema auseinandersetzen möchtest, dann nimm dir Zeit und arbeite dich durch www.myberufswahl.ch. Schau dir an, was bei den einzelnen Berufen verlangt wird. Entscheide dich nicht nur für deinen absoluten Traumberuf, sondern noch für zwei bis drei andere mögliche Berufe, denn je flexibler du bist, umso grösser sind deine Chancen auf eine Lehrstelle.
Verkaufe dich gut oder du wirst übersehen. Dein Lebenslauf und dein Bewerbungsbrief sind deine Werbeprospekte und sollen das Interesse des künftigen Lehrmeisters wecken. Mit faden 0815 Unterlagen verkaufst du dich schlecht. Ist dein Lebenslauf jedoch gut gestaltet und sagt das Wichtigste über dich und deine Fähigkeiten aus, hast du die Nase vorn. Legst du dann noch einen Bewerbungsbrief bei, dem man anmerkt, dass er mit Herzblut speziell für diese Lehrstelle, diesen Beruf geschrieben wurde, wird sich der Lehrmeister positiv angesprochen fühlen. Dein Auftritt hinterlässt Spuren.
Wo findet man Lehrstellen? Unter www.berufsberatung.ch, in Zeitungen, im Internet oder im Verwandten- und Freundeskreis gibt es Lehrstellen. Nutze alle Möglichkeiten, sei einfallsreich, informiere dich und frag überall nach, wo du denkst, dass es Sinn macht. Grosse Firmen haben Lehrstellen auf ihrer Homepage ausgeschrieben, und unter www.google.ch findest du die meisten Firmen – sei ein Sherlock Holmes, und du kommst deinem Ziel immer näher.
Dem Fleissigen gehört die Welt. Niemand bringt dir deine Lehrstelle nach Hause. Du musst etwas dafür tun. Je engagierter du bist, desto eher wirst du Erfolg haben.
Hol dir Hilfe. Bestimmt gibt es in deinem Umfeld Personen, die dir bei der Lehrstellensuche gerne helfen. Professionelle Unterstützung kannst du dir im BIZ Pfäffikon, im Jugendtreff, in der Schule oder auf dem RAV holen. Tu es!
Viel Glück. Bewerben ist Knochenarbeit, und Absagen tun weh. Doch gib nicht auf. Es lohnt sich. Ich wünsche dir viel Erfolg.
*Sonja Hurter ist Personalberaterin bei der RAV Lachen. Ein bisschen frustriert, aber hoffnungsvoll
Seit Monaten sind die Drittoberstüfler der Gemeinde auf Lehrstellensuche. Über Höhen und Tiefen der Herausforderung, eine Ausbildungsstelle zu finden, erzählen euch Noel, Flakron, Besa und Dardan.
Mit den Jugendlichen sprach Anina Peter, Pfäffikon.
Noel, 16 Jahre, Real: «Als ich einmal auf einem Weingut von Bekannten in den Ferien war, habe ich die Arbeit des Weinbauers kennengelernt. Seither will ich Winzer werden. Trotzdem habe ich auch in anderen Berufsfeldern Schnupperlehren absolviert – wie Bodenleger oder Fachmann Betreuung. Auch habe ich bei verschiedenen Weinbauern geschnuppert. Beworben habe ich mich fünf Mal – und nur als Winzer. Ich hatte schliesslich die Wahl zwischen zwei Lehrstellen. Die Wahl meiner zukünftigen Lehrstelle wurde durch das gute Angebot des Betriebs und des Klimas unter den anderen Angestellten entschieden.»
Flakron Latifaj, 17 Jahre, Sek A: «Ich habe bisher drei Bewerbungen verschickt und darauf auch zwei Absagen bekommen. Eine ist also noch offen. Ich hoffe, es klappt. Ich habe bereits Schnupperlehren im KV und als Gipser absolviert. Ausserdem habe ich im Berufsinformationszentrum verschiedene Tests und Abklärungen gemacht. Das KV gefällt mir am besten. Die Arbeit selbst, die Arbeitszeiten und die Möglichkeiten nach der Ausbildung sind super. Ich werde auf jeden Fall weitersuchen. Falls es mit dem KV nicht klappt, werde ich eine andere Lösung finden und halt gleichzeitig die Berufsmatur machen. Ich will unbedingt eine Lehrstelle. Und deshalb gebe ich alles und bleibe dran.»
Besa, 16 Jahre, Real: «Bisher habe ich 16 Bewerbungen verschickt. Vier davon sind noch offen, von den restlichen habe ich Absagen bekommen. Ich habe bereits im KV und im Detailhandel geschnuppert. Beide Berufe gefallen mir. Deshalb habe ich mich auch in beiden Berufsfeldern beworben. Im Moment bin ich ein bisschen frustriert, aber hoffnungsvoll. Geholfen haben mir die Berufsberatung im Berufsinformationszentrum und auch die Lehrer. Sehr hilfreich war für mich die Unterstützung beim Bewerbungsbriefschreiben. Falls es mit der Lehrstelle nicht klappen würde, könnte ich mir vorstellen, einen Sprachaufenthalt zu machen. Aber auch ein Zehntes Schuljahr oder ein Übergangspraktikum könnte ich mir vorstellen. »
Dardan, 16 Jahre, Sek A: «Ich möchte Hochbauzeichner werden. Zeichnen und Planen sind meine Stärken, und der Beruf fasziniert mich. Seit August habe ich über 15 Bewerbungen verschickt, aber nur Absagen bekommen. Leider hat es auch mit den Schnupperlehren in diesem Berufsfeld nicht geklappt, da Firmen nur solche Kandidaten nehmen, die sie auch zum Vorstellungsgespräch einladen. Schade. Geschnuppert habe ich aber in verschiedenen handwerklichen Berufen. Ich habe Abklärungen im Berufsinformationszentrum gemacht und mich beraten lassen. Was ich wichtig fände, ist die Verbesserung der Unterstützung durch die Schule. Es sollte viel früher mit spezifischen Vorbereitungen zur Lehrstellensuche angefangen werden.»
|
 |
|