


|
 |
Sicherheit, wie geht Mann/ Frau damit um!
Die Zeitungen sind voll von Meldungen, welche nachdenklich stimmen. Da werden wahllos Jugendliche in einer Bahnhofsunterführung spitalreif verprügelt, Schlägereien auf den Pausenplätzen sind an der Tagesordnung und an manchen Fussballspielen ist man sich seiner Haut nicht sicher wenn die Hooligans zuschlagen. Wie sieht es punkto Sicherheit eigentlich in der Gemeinde Freienbach aus? Wie fühlen sich die Jugendlichen in der Gemeinde wenn sie in den Ausgang gehen? Das Jugendzentrum hat nachgefragt.
Von Moody Angehrn*
Wo bist du in deiner Freizeit in der Gemeinde unterwegs? Eigentlich seien sie ja überall anzutreffen, meinen die Jugendlichen. Doch es gibt natürlich Orte und Plätze an denen sie sich besonders gerne aufhalten. Die einen verbringen ihre Freizeit auf dem Skaterplatz beim Schulhaus Brüel. Sie skaten, spielen Basketball und sobald es dunkel wird „ hängen“ und chillen sie auf den Sitzbänken rund um den Platz. Im Gegensatz zu den Wintermonaten ist das Jugendzentrum im Sommer meist nicht sehr stark frequentiert. Ab und zu kommt jemand rein um etwas zu essen oder ein Getränk zu kaufen. Viele Jugendliche haben ihren Treffpunkt auf die Schulhausplätze verlegt. In den Sommermonaten sind die meisten in der Badi Pfäffikon und Freienbach anzutreffen. Doch auch das Seedammcenter, der Platz vor dem Coop im Dorf oder der Bahnhof sind beliebte Treffpunkte. Einige zieht es aber auch in unsere Nachbargemeinden, mehrmals genannt wurde Rapperswil.
Mit wem bist du unterwegs und was macht ihr? Die meisten der Jugendlichen treffen sich mit ihrer Clique und verbringen miteinander die Tage und Abende. Sportliche Aktivitäten werden in der Gruppe ausgeführt, sei es nun skaten, Fussball- oder Basketball spielen. Viele jedoch treffen sich draussen auf öffentlichen Plätzen zum „Hängen und chillen“ Fühlst du dich sicher, wenn du draussen unterwegs bist? Die meisten fühlen sich sicher und haben kein Problem solange es noch hell ist. Das ändert sich aber in der Dunkelheit. Viele sind dann unsicher, achten darauf dass sie nicht alleine unterwegs sind und meiden unbelebte Orte. Bei den Mädchen ist dieses Gefühl stärker spürbar. Bei der genauen Nachfrage erklären sie, Angst zu haben vor gewaltbereiten Jugendliche, bekifften und betrunkenen Zeitgenossen, aber auch vor Ausländern. Welche Gefühle hast du, wenn du alleine unterwegs bist? Die meisten gehen gar nicht alleine in den Ausgang. Die Jugendlichen sagen aus, dass wenn sie ohne Kollegen unterwegs seien, schnell mal ein Angstgefühl aufkommt. Angst vor dem Ungewissen, das überall lauern könnte. Deshalb meiden die meisten Jugendlichen unsichere Orte. Wo sind die unsicheren Orte in der Gemeinde? Als unsicher werden Orte genannt, an denen nicht viele Leute anzutreffen sind. Als ebensolcher wird das Schulhaus Weid erwähnt. Dieses liegt nicht in Zentrumsnähe und der Weg dorthin ist nicht gut beleuchtet. Aber auch die Hochhäuser an der Churerstrasse lösen bei vielen Jugendlichen Angstgefühle aus. Vielleicht weil sehr viele Leute dort leben, man diese aber kaum sieht und jeder schon mal eine „Gruselgeschichte“ über Vorfälle rund um die Blöcke gehört hat. Viele Jugendliche bezeichnen die Hochhäuser als komische Gegend. Auch der Bahnhof wurde als unsicher genannt. Zu Nachtstunden herrscht dort ein ständiges Kommen und Gehen. Viele Gesichter kommen einem nicht bekannt vor und manchmal sind „komische“ Gruppierungen anzutreffen. Was tust du um dich sicher zu fühlen? Die meisten Jugendlichen haben Tricks um sich draussen sicherer fühlen. Die meisten sagen, dass sie ihr Natel in die Hand nehmen und so tun als ob sie telefonieren würden. Viele tätigen auch wirklich ein Telefonat an Kollegen oder nach Hause wenn die Situation in ihren Augen brenzlig wird. Sich ablenken, Musik hören, nicht hinschauen, ignorieren und schneller gehen sind auch oft gemachte Aussagen. Es scheint, als ob es immer wieder mal Situationen in der Gemeinde gibt, bei denen sich Jugendliche nicht wohl fühlen. Das Jugendzentrum hat Jugendliche zwischen 13-16 Jahren zu dieser Thematik befragt. Diese haben noch nicht die Möglichkeit all zu weit weg in den Ausgang zu gehen. Dadurch findet ihre Freizeit meistens in der Gemeinde statt. In den Sommermonaten geschieht dies vor allem draussen. Wir dürfen jedoch nicht verschweigen, dass sich ein grosser Teil der Jugendlichen absolut sicher fühlt in der Gemeinde und keine Bedenken äussert.
Zu erwähnen ist, dass auch sehr viel für die Sicherheit in der Gemeinde gemacht wird. Seien es die Bahnhofpaten, die Gemeindeverwaltung welche Sicherheitsdienste bei den Schulhäusern patroulieren lässt oder auch die Polizei welche die öffentlichen Plätze kontrolliert und zum Rechten schaut. * Moody Angehrn ist Jugendarbeiter der Gemeinde Freienbach
------------------------------------------------------------------------
Sicherheit im Ausgang, Tipps für Jugendliche
Man kommt immer wieder in schwierige Situationen sei dies im Ausgang mit Kollegen oder beim „Chillen“ am See. Es ist jedoch wichtig sich vorgängig einige Überlegungen zum Ausgang zu machen. Das Thema "Sicherheit im Ausgang" ist ein ganz schwieriges Thema, trotzdem hier einige grundlegende Tipps, an was man im Ausgang denken sollte: Von Moody Angehrn* Von Moody Angehrn* - Überlegt euch, wohin und wann ihr in den Ausgang geht. Ist es eine riskante Örtlichkeit? Ist es zu bestimmten Zeiten dort gefährlich?
- Überlegt euch, mit wem ihr in den Ausgang geht. Sind eure Kollegen auf „Streit“ aus?
- Seid euch der Wirkung von Alkohol bewusst. Wer trinkt wird auch schneller Opfer von Gewalt, da Betrunkene das Risiko und die Gefahr im vernebelten Blick nicht mehr erkennen können und oft auch falsch reagieren.
- Geht Auseinandersetzungen immer aus dem Weg. Flucht ist immer das Beste, wer flieht ist nicht feige, sondern schlau.
Tipps für Eltern „Abmachungen treffen und klare Regeln aufstellen“ lautet eine Faustregel. Einige Tipps daraus: - Fragen Sie ihr Kind, was es im Ausgang vorhat. Wenn es nichts vorhat, so fragen Sie trotzdem, wohin es gehen und mit wem es sich treffen will.
- Die Ausgehzeiten und die Häufigkeit des Ausgangs sollten Sie je nach Alter des Kindes festlegen bzw. neu anpassen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie es zu seinem Treffpunkt und wieder nach Hause kommt.
- Kinder sollen nicht uneingeschränkt und jederzeit Geld für den Ausgang erhalten. Berücksichtigen Sie bei der Taschengeldfestlegung das Alter des Kindes und seine Fähigkeit, mit Geld umzugehen.
- Sprechen Sie öfters über die Risiken im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen.
- Fragen Sie Ihr Kind, was es im Ausgang erlebt hat.
- Falls Abmachungen – zum Beispiel zum Konsum von Alkohol und Drogen – nicht eingehalten werden, sollten Sie rasch reagieren.
Es scheint vor allem wichtig, dass Sie mit ihrem Kind sprechen. Lassen Sie es merken, dass es Ihnen nicht egal ist, wo und mit wem es den Abend verbringt. Sprechen sie Ihre Ängste offen aus. Denn so spürt der Jugendliche den Ernst der Situation und wird Ihre Vorgehensweise sicher besser verstehen.
*Moody Angehrn ist Jugendarbeiter der Gemeinde Freienbach --------------------------------------------------------------------
Anstand und Respekt fehlen
von Ralph Hämmerle *
Im November 2007 wurde die Bevölkerung in einer Umfrage unter anderem zum Thema Sicherheitsgefühl im Kanton Schwyz befragt. Daraus ist zu entnehmen, dass sich die Jugendlichen teilweise während Nachtzeiten in ihren Gemeinden nicht sicher fühlen. Ebenso wurde auch ganz allgemein ein verstärkter Polizeieinsatz gegen die Jugendkriminalität gewünscht.
Um das Sicherheitsgefühl auch der Jugendlichen zu erhöhen, patrouillieren die Mitarbeiter der Kantonspolizei Schwyz bei den bekannten Örtlichkeiten (Bahnhöfe, Seeanlagen, Spiel- und Dorfplätze, usw.) und führen Personenkontrollen durch. Im Weiteren wurde im September 2008 eine Fachstelle bei der Kantonspolizei Schwyz geschaffen, welche sich mit den Delikten im Jugendbereich beschäftigt. Aus meiner Sicht können sich Jugendliche in der Gemeinde Freienbach sicher fühlen. Die Nähe zur Stadt Zürich bietet einerseits eine urbane aber auch eine ländliche Gegend. Die ländliche Idylle darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch wir mit jeglicher Art von Gewalt konfrontiert werden. Es werden willkürlich Leute „angepöbelt“ oder nach „Gründen“ für eine Auseinandersetzung gesucht. Bei tätlichen Übergriffen lassen die Peiniger von ihren Opfern auch dann nicht ab, wenn sie bereits am Boden liegen. Zudem sind die Angreifer oft in einer kräftemässigen Überzahl und lassen dem Opfer keine Chance zu fliehen. Es geht hier vielfach um das bewusste Demütigen und Verletzten. Woher kommt diese Gewaltbereitschaft? Ist es wegen dem Alkohol- und/oder Drogenkonsum? Fehlt die berufliche Perspektive? Liegt es an der Erziehung oder dem Kollegenkreis? Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Im Allgemeinen fehlt mir heute aber der Anstand und Respekt. Ich bin der Meinung, dass dies von den Erwachsenen auch nicht mehr oft vorgelebt wird. Wie sollen es dann die Jugendlichen besser machen? Das Vorbild leben fängt im Alltag an. Der Fussgängerstreifen wird bei der Überquerung der Strasse nicht benutzt, das Papierchen wird auf den Boden geworfen, das Telefonieren am Steuer wird als Kavaliersdelikt betrachtet usw. Sicherheit jedes Einzelnen beginnt mit dem Anstand und Respekt, welchen wir im Alltag gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt zeigen! * Ralph Hämmerle ist Chef des Polizeipostens Höfe in Pfäffikon
|
 |