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Öffentlichkeitsarbeit/Archiv 08/Januar Interview

Interview Januar 2008 ZSZ0014.jpg

«Kiffen ist ein präsentes Thema»

Freienbach
Die Jugendarbeiter haben in diesem Jahr ein dichtes Programm vor sich

Die Jugendarbeiter der Gemeinde Freienbach, Verena Weber und Martin «Moody» Angehrn, haben dieses Jahr viele Projekte geplant.

Von Ramona Kriese

Workshops zum Thema «Sucht» und «Respekt», ein Sommerfest und ein neuer Anstrich für den «Mädchenraum» – das steht 2008 auf dem Programm der Jugendarbeit Freienbach. Ramona Kriese «Bis zu den Sommerferien ist unser Terminkalender voll.» Verena Weber, Jugendarbeiterin der Gemeinde Freienbach, lacht und deutet auf den Jahresplan an der Wand. Lila und pink sind die Wochen markiert, nur wenige sind noch weiss. «Auch in diesem Jahr ist es uns wichtig, mit den Schulen zusammenzuarbeiten », sagt Verena Weber. Gemeinsam mit Jugendarbeiter Martin «Moody» Angehrn wird sie im Mai an der Projektwoche zum Thema «Sucht» an der MPS Weid in Pfäffikon vor Ort sein. Unter anderem ist eine Ausstellung zum Thema «Kiffen» geplant. «Illegale Drogen, insbesondere Kiffen, sind nach wie vor ein präsentes Thema bei den Jugendlichen», weiss Martin Angehrn. «Es interessiert sie, und sie wollen sich informieren.» Weiter führen die Jugendarbeiter dieses Jahr Workshops zum Thema «Respekt» durch. Dabei verpflichten sich die Schüler und Schülerinnen, innerhalb der Klasse bestimmte Verhaltensziele zu verfolgen, etwa Schwächere zu unterstützen oder mehr zuzuhören. Nach etwa zwei Monaten besuchen die Jugendarbeiter die Klasse erneut, um zu sehen, was sich verändert hat. «Wir möchten schauen, ob die Schüler verstanden haben, worum es geht», erklärt Weber.

Sexualpädagogik für Primarschüler
Auf Anfrage hin geben die Jugendarbeiter auch dieses Jahr Sexualpädagogik- Unterricht für Primarschüler. Dies wurde letztes Jahr erstmals angeboten. In der Oberstufe wird das Angebot bereits seit längerem durchgeführt. Die Schüler besuchten das Jugi in Pfäffikon und konnten mit den Jugendarbeitern, getrennt nach Geschlechtern, ihre Fragen rund um die Sexualität klären. «Wir hatten viele Echos auf dieses Projekt», sagt Martin Angehrn. Er führt dies unter anderem auf die geschützte Atmosphäre im Jugi zurück. «Die Schüler haben keine Hemmungen, uns zu fragen, da sie uns nur an diesem Tag sehen», sagt Verena Weber. «Ich glaube, vor allem Mädchen hätten Mühe, ihrem Lehrer intime Fragen zu stellen.» Als grössere Veranstaltung in diesem Jahr nennen die Jugendarbeiter ein Sommerfest, an dem Jugendliche und Jugendarbeiter des Bezirks Höfe beteiligt sein sollen. Die Idee ist, dass die Schüler den Grossteil des Anlasses selber organisieren.

An der Gewa Angebot vorstellen
Ebenfalls ein grösserer Anlass ist für die Jugendarbeiter die diesjährige Gewa, an der sie mit einem Stand vor Ort sein und die Jugendarbeit vorstellen werden. Weiter hilft Verena Weber im Februar den Schülerinnen, auf deren Wunsch den Mädchenraum im Jugi neu zu gestalten. «Der Raum erhält ein neues Gesicht, ganz nach dem Geschmack der weiblichen Jugendlichen.» Und nicht zuletzt wollen Weber und Angehrn weiterhin mit den Jugendarbeitern der umliegenden Gemeinden zusammenarbeiten. Bis Wädenswil sind sie vernetzt. Dies sei wichtig, sagt Angehrn: «Jugendarbeit funktioniert nur, wenn wir uns unterstützen und nicht jeder ‹in seinem eigenen Schiffli› fährt.»

«Erwartungen wurden übertroffen»
Verena Weber hat vor rund anderthalb Jahren die Leitung der Jugendkontaktstelle Freienbach übernommen. Auf die vergangenen Monate blickt sie positiv zurück. «Meine Erwartungen wurden übertroffen», sagt die gebürtige Deutsche, die während zwei Tagen pro Woche an der Hochschule für Soziale Arbeit in Olten studiert. Den Draht zu den Jugendlichen finde sie vor allem dank Offenheit, Ehrlichkeit und weil sie deren Probleme ernst nehme, sagt Weber. Wichtig sei auch, den Schülern Respekt entgegenzubringen. Schön sei für sie, mitzubekommen, «dass die Schüler auch mal nach mir fragen, wenn ich nicht im Jugi bin», sagt Verena Weber schmunzelnd. Noch drei Semester lang dauert ihre Ausbildung an der Hochschule für Soziale Arbeit. Doch auch danach habe sie keineswegs vor, die Jugendkontaktstelle Freienbach zu verlassen, betont sie. «Mir gefällt es sehr gut hier.» Es sei schön, jeweils ein Wegstück gemeinsam mit den Freienbacher Jugendlichen zu gehen, sie in ihren Anliegen zu unterstützen und zu sehen, wie sie sich in den zwei bis drei Jahren entwickeln. (rkr)

Benachteiligt bei der Lehrstellensuche
Laut den Jugendarbeitern Verena Weber und Martin Angehrn drehen sich die meisten Probleme der Freienbacher Jugendlichen rund um das Thema «Lehrstellensuche». «Insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund fühlen sich oft benachteiligt und ausgegrenzt», sagt Verena Weber. Wie sie aus den Gesprächen erfährt, werden die Jugendlichen häufig nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – ein ausländischer Name stosse sehr oft auf Ablehnung. «Dabei besitzen die Jugendlichen sehr wohl die Qualitäten für die entsprechende Lehrstelle.» Wo die beiden Jugendarbeiter können, unterstützen sie die Jugendlichen, indem sie ihnen zum Beispiel helfen, ein Bewerbungsschreiben aufzusetzen. Ansonsten existieren in der Gemeinde Freienbach laut den Jugendarbeitern nach wie vor die typischen, geschlechtsspezifischen Anliegen: Mädchen nennen Probleme in einer Beziehung, die Trennung vom Freund oder den Streit unter Freundinnen. Burschen hingegen besprechen solche Anliegen weniger mit dem Jugendarbeiter. (rkr)

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