

|
 |
Wo Jugendliche sich ausbreiten können - Besuch im Jugendzentrum Freienbach
Das Jugendhaus an der Churerstrasse 15 in Pfäffikon wird von den Jugendlichen als Begegnungsstätte mit attraktiven Freizeitangeboten, aber auch als Kontaktstelle für Beratungen und Informationen sehr geschätzt.
Von Daniel Steim
Die Leiterin der Jugendkontaktstelle, Verena Weber, ist überrascht. Trotz des schönen Badewetters ist das Jugendzentrum an diesem Mittwochnachmittag gut frequentiert. «Normalerweise bevorzugen die Jungs und Mädels im Sommer das Strandbad», erklärt Verena Weber, die von neu eintreffenden Jugendlichen freundlich begrüsst wird. «Das ist bei uns so üblich, dass die Besucherinnen und Besucher des Jugendtreffs als Erstes beim Leiterteam vorbeischauen. So wissen wir, wer sich im Haus aufhält. Und wir können auch gleich die Stimmung der Jugendlichen erfassen», meint die Teamleiterin. In der Regel sind es jeweils 20 bis 30 Personen, die den Mittwochnachmittag oder den Freitagabend im Jugendzentrum verbringen. Zutritt haben alle Jugendlichen von Freienbach im Alter zwischen 13 und 20 Jahren. Zu zweit, zu dritt oder in kleinen Gruppen suchen die Jugi-Besucher in der dreistöckigen Altliegenschaft den ihnen passenden Raum auf. Die einen bevorzugen das Medienzimmer, wo vier Computer zum Spielen, Chatten oder Surfen bereitstehen. Andere treffen sich im Spielzimmer. Drei Jugendliche stehen diskutierend und kommentierend um den Billardtisch, während ein vierter versucht, mit einem Kunststoss zu brillieren. Eine Mädchengruppe hat sich ins Mädchenzimmer zurückgezogen, das die Jugi- Benutzerinnen kürzlich mit viel Fleiss und Geschmack renoviert haben. Im Keller üben zwei Jungs ihre Virtuosität als DJs. Am Freitagabend werden in erster Linie das Switch Café, die UP Rock Disco oder die Übungsräume für Musikgruppen besucht.
No Problem Die Stimmung im Jugendzentrum ist locker, geradezu familiär. «Wir gewähren den Jugendlichen viel Freiraum, damit sie lernen, diesen in eigener Verantwortung zu nutzen», erzählt Verena Weber. «Das funktioniert in der Regel sehr gut. Es kommt eher selten vor, dass wir eingreifen müssen. Allenfalls gibt es eine Ermahnung oder eine Zurechtweisung.» Mutwillige Beschädigungen oder gar Randale waren in den letzten Jahren keine zu verzeichnen. Das Alkohol- und Drogenverbot wird strikte eingehalten, und wer sich dem Rauchverbot widersetzt, wird ganz einfach an die frische Luft befördert.
Flexibles Konzept Das Konzept der Jugendarbeit in Freienbach zielt darauf ab, die Eigenständigkeit, Eigenverantwortung und Partizipation zu fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet die Jugendkontaktstelle einen ausgewogenen Mix an organisierten Anlässen und Freiräumen, in denen die Jugendlichen sich selbst entfalten können. So sind die Jugendhausbenutzer für die Organisation der Party, die einmal im Monat am Samstagabend stattfindet, selbst verantwortlich. Das Jugi-Angebot wird ergänzt mit DJ-, Shaker-, Video- oder Werkstattkursen, Filmvorführungen, Sportveranstaltungen in der benachbarten Turnhalle oder Ferienveranstaltungen (ausgenommen Sommerferien). Viele Angebote werden auf Anregung der Jugendlichen ins Programm aufgenommen. Das Personalbudget lässt es allerdings nicht zu, dass sämtliche Ideen und Wünsche realisiert werden können. Das Betreuerteam, bestehend aus Verena Weber, Martin «Moody» Angehrn und Praktikant Renato Hüppi, ist nicht nur für die Organisation und Überwachung des Jugendhausbetriebs und der Anlässe zuständig, sondern übernimmt auch Beratungsaufgaben. «Einzelberatungen sind eher die Ausnahme», stellt Verena Weber fest. «Meistens kommen die Jugendlichen spontan auf uns zu, um eine Weile lang über Schule, Freundschaften oder Freizeit zu sprechen. Da merken wir, wenn eine vertiefende Aussprache nötig wäre. «Es kommt aber auch vor, dass Jugendliche oder Eltern mit ernsthaften Problemen auf uns zukommen. Sobald wir merken, dass uns die Beratungskompetenz fehlt, ziehen wir geeignete Fachpersonen bei. Auf Anfrage führt das Jugi-Team auch Spezialkurse oder Workshops zu Themen wie Sexualpädagogik, Sucht, Rassismus oder Respekt an der Schule durch. Das Angebot wird von den Lehrern gerne genutzt, da die Jugendarbeiter einen leichteren Zugang zu den Schulkindern haben und über die Fachkompetenz für sensible Themen verfügen. Verena Weber schätzt es sehr, dass auf diesem Weg auch Jugendliche angesprochen werden können, die sich nur selten oder gar nie im Jugendzentrum aufhalten.
Liridon (15) «Ich finde es gut, dass man in der Freizeit ins Jugendzentrum kommen kann. Hier ist immer etwas los. Am besten gefällt mir das Jugendkafi Switch.»
Lea (16) «Ich bin jeden Mittwoch im Jugendtreff. Hier kann man gute Gespräche führen. Ich halte mich gerne im neu gestalteten Mädchenraum auf.»
Deborah (15) «Normalerweise besuche ich das Jugendzentrum ein bis zwei Mal pro Woche. Hier treffe ich mich mit Kolleginnen und Kollegen. Im Party-Team helfe ich bei der Organisation von Partys mit.»
Dardan (15) «Ich finde es gut, dass man mit den Betreuern offen über die verschiedensten Themen sprechen kann. Zum Beispiel über die Schule, Sport, Ferien oder über Meinungsverschiedenheiten unter uns. Schön wäre es, wenn wir mehr Film-Abende im Programm hätten.»
Taulant (16) «Dank dem Jugi habe ich eine Lehrstelle. Hier wurde ich auf Lehrstellen-Angebote aufmerksam gemacht. Ich habe mich als Automobil- Fachmann beworben, und dies mit Erfolg.»
|
 |