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Öffentlichkeitsarbeit/Archiv 07/Jahresprojekt «Wir sind Freienbach»

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Kunstoffensive gegen Vandalismus

Mit einem Kunstwettbewerb für die ganze Bevölkerung der Gemeinde Freienbach wollen Jugendarbeiter Vandalismus und Respektlosigkeit mindern. 

von Thomas Kümin

Angezündete Container, zerbrochene Pausenplatztische, versprayte Fassaden, zerkratzte Autos: Mit fremdem Eigentum gehen einige Jugendliche und Teile der restlichen Bevölkerung recht unbekümmert um. Das stellt auch die Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach in einem gestern vorgestellten Bericht fest. Mutwillige Zerstörungen in und um ihr Gebäude in Pfäffikon seien keine Ausnahme. Jugendliche verhielten sich teilweise sehr aggressiv und respektlos gegenüber ihrer Umwelt.

Mit dem heute lancierten Jahresprojekt «Wir sind Freienbach» wollen die beiden Jugendarbeiter Verena Weber und Martin «Moody» Angehrn die Jugendlichen für die Themen Eigentum und Respekt sensibilisieren und das Wir-Empfinden der ganzen Gemeindebevölkerung stärken. Das Jahresprojekt beginnt mit einem Kunstwettbewerb. Alle Interessierten von Jung bis Alt, Schulen, Vereine, Firmen und Organisationen können sich beteiligen. In beliebiger Form, zum Beispiel mit Zeichnungen, Gedichten, Fotografien oder Bastelarbeiten dürfen die Teilnehmer ausdrücken, was sie mit der Gemeinde Freienbach verbindet. Die besten Beiträge werden von der Jugendkommission ausgewählt und publik gemacht. Einsendeschluss ist der 31. März.

Kontakte knüpfen
Aus der erhofften grossen Bandbreite von Einsendungen will die Jugendkontaktstelle Inputs für ihre Arbeit gewinnen und diese in weiteren Projekten verarbeiten. Laut Weber und Angehrn wäre zum Beispiel ein generationenübergreifendes Treffen zwischen Senioren und Jugendlichen denkbar, das schon einmal mit Erfolg durchgeführt wurde, oder eine Begegnung mit einem Verein auf der Suche nach Junioren. Konkretes werden Weber und Angehrn nach Auswertung der Beiträge bekanntgeben. Der Wettbewerb dient auch der Werbung in eigener Sache: der Akzeptanz in der Bevölkerung für die Jugendarbeit.

Beim von der Jugendkontaktstelle der Gemeinde Freienbach lancierten Jahresprojekt geht es nicht um pragmatische Zahlen oder trocken evaluierte Fakten. Mit «Wir sind Freienbach» sprechen die Initiatoren das Herz und die Kreativität aller Gemeindeeinwohner an. Darauf weist das Erscheinungsbild des Flugzettels hin, der heute in Umlauf gebracht wird: In den Gemeindefarben Rot und Gelb gehalten, zeigt er zwei Hände, die zusammen ein Herz formen. Mittendrin faucht Freienbachs Löwe. Auf der Rückseite steht die Aufforderung zur Teilnahme am Kunstwettbewerb. Mit freigestellten gestalterischen Mitteln können alle interessierten Einzelpersonen jeden Alters, Gruppen, Vereine und Firmen ausdrücken, was die Gemeinde Freienbach für sie liebenswert und lebendig macht. Davon verspricht sich die Jugendkontaktstelle nicht nur die Stärkung des Wir-Gefühls unter den Jugendlichen. Sie erhofft sich vor allem Inputs von ungewohnter Seite. Mit Freienbachern, die sonst nichts mit der Jugendarbeit zu tun haben, will sie Kontakte knüpfen und positiv wahrgenommen werden.

Erfolg schwer messbar
In welchem Ausmass «Wir sind Freienbach das Verhalten und den Respekt der Jugend beeinflussen werde, sei schwierig zu messen, sagen die Jugendarbeiter der Gemeinde Freienbach, Verena Weber und Martin «Moody» Angehrn. «Die Jugendkontaktstelle spricht die selben Jugendlichen zwei bis drei Jahre lang an. Dann kommen wieder neue, und die älteren ziehen weiter, beginnen beispielsweise eine Lehre. Wir können nur hoffen, unser Mosaiksteinchen ihrem Verhalten beizufügen.» Aus den Wettbewerbs-Einsendungen werden Weber und Angehrn den Rest des Jahresprojekts gestalten. Zum Tragen sollen Themen kommen, welche die bemängelte Problematik der Jugend aufgreifen: Respekt, Eigentum, Miteinander. Nach dem Einsendeschluss am 31. März wird einen Monat lang ausgewertet. Die besten Beiträge prämiert die Gemeinde mit 200 Franken und öffentlicher Publikation. Ende April planen die Jugendarbeiter die Präsentation der weiterführenden Projekte.

Bei «Wir sind Freienbach» handelt es sich um den Anschluss an das Jahresmotto 2005/2006 «s isch diis Läbe – nimms i d Hand». Das alte Projekt hatte zum Ziel, das eigene Bewusstsein der Jugendlichen zu stärken und zu schärfen. Es erregte laut Angehrn beträchtliche Aufmerksamkeit in der Gemeinde: Über 200 erwachsene Bürger beteiligten sich.


Reaktionen zum Jahresprojekt

Kurt Zurbuchen, Gemeindepräsident von Freienbach:
«Das Projekt ‹Wir sind Freienbach› hat durchaus Potenzial, ich stehe ihm sehr positiv gegenüber. Ich glaube an ein gutes Feedback auf den Wettbewerb. Es ist aber schwierig, abzuschätzen, welche Altersgruppen sich daran beteiligen werden.»

Martha Kümin-Jurt, Präsidentin der Röm.-kath. Kirchgemeinde Freienbach:
«Das Projekt klingt vielversprechend. Unbestritten gibt es für das Jugendkontaktzentrum viel zu tun. Die Kirchgemeinde unterstützt dessen Arbeit seit Jahren mit einem nahmhaften Betrag. Die Anliegen von Kindern, Jugend und Familie war ihr immer ein grosses Anliegen. Aus dem kirchlichen Engagement wuchs schliesslich das der Gemeinde heraus.»

Hans Peter Landert, Leiter Berufsinformationszentrum Pfäffikon:
«Ich begrüsse alle Bestrebungen, die den Jugendlichen ihr Verhalten in der Öffentlichkeit bewusst machen. Dass man eben da und dort Rücksicht nehmen muss und Pünktlichkeit wichtig ist. Die Lehrmeister legen bei der Besetzung einer Lehrstelle grossen Wert auf korrekte Umgangsformen der Bewerber. Soziale Kompetenzen gewichten sie heute schwerer als noch vor 15 Jahren. Eine schlechte
Note wird eher verziehen als ein ‹Genügend› in der Verhaltensbeurteilung.»



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