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 Öffentlichkeitsarbeit/Archiv 06/Ein Abend für die Integration


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Zeitungsartikel: Höfner Volksblatt, 22. November 05 In Zusammenarbeit mit Komin, dem Kompetenzzentrum für Integration, organisierte das Jugendzentrum Pfäffikon am Samstag einen Kinoabend. Nach dem Schweizer Kinofilm «Dilemma», der die Integration jugendlicher Ausländer thematisiert, entstand eine brisante Diskussion. An die 40 Jugendliche und Erwachsene hatten sich am Samstag im Pfäffiker Jugendzentrum versammelt. Nach einer kurzen Begrüssung durch Jugendarbeiterin Gabriella Maspoli hiess es «Film ab». Das Werk von «Lüthi & Blanc»-Regisseur Tobias Ineichen erzählt die tragische Liebesgeschichte von Mo Winter und ihrem Freund Arben Hoti, einem Kosovaren. Sogleich begann das Dilemma des jungen Paars: Mos Mutter, soeben zur Polizeipräsidentin befördert, sieht nicht gerne, dass ihre Tochter mit einem Kosovaren verkehrt. Nach einem Streit gehen Mo und Arben in eine Bar, wo der Kosovare in eine Schlägerei verwickelt wird. Aus Angst vor der Polizei ergreift er die Flucht. Doch zwei Beamte entdecken ihn bei seinem Auto, und eine wilde Verfolgungsjagd durch Zürich beginnt. Am Ende stirbt der eine Polizeibeamte, und sein traumatisierter Kollege schiesst Arben durch den Kopf, worauf dieser ins Koma fällt. Polizeipräsidentin Winter sieht in Arben den Schuldigen, immerhin sitzt dessen Bruder bereits wegen Drogenschmuggels im Gefängnis. So spitzt sich der Konflikt zwischen Mutter und Tochter zu und gipfelt in Arbens Tod. Unter dem Druck der Presse und aus Furcht um ihre Karriere begibt sich die Mutter schliesslich auf die Suche nach der Wahrheit. Sie entdeckt, dass Arben unschuldig war und ihre Kollegen von der Polizei die Fehler begingen und verschwiegen. Verschiedene prominente Stimmen Der Film zeigte auf berührende Weise, dass auch Institutionen mit grosser Verantwortung wie die Polizei im Umgang mit Ausländern nicht objektiv handeln, sondern von persönlichen Erfahrungen gelenkt den Blick für die Wahrheit verlieren. Er zog das Publikum in seinen Bann und schuf die Grundlage für eine emotionsgeladene Podiumsdiskussion. Daran teil nahmen Veli Berisha, Hauptdarsteller des Films, Schauspielerin Fitore Aliu, der Freienbacher Gemeinderat Paul Feusi, Schulleiterin der Realschule Freienbach, Barbara Ardizzone, Studentin Simone Wicherek und Hilmi Gaschi, als Journalist für eine Gewerkschafts- Zeitschrift in Albanisch tätig. Sie alle sind auf die eine oder andere Weise mit dem Thema Integration von Ausländern befasst – sei es beruflich oder aus familiären Gründen. Fitore Aliu, die sich selbst als Albanerin bezeichnet, betonte, dass sie die Schweizer nicht für Rassisten halte. «Ich glaube, dass der Abstand zwischen Schweizern und Ausländern das Problem ist. Wenn du als Ausländer in die Schule gehst, dich bemühst und später arbeitest, bist du auch integriert.» Vor allem das Publikum – mehrheitlich junge Ausländer, machten auch dem herrschenden Unmut Luft. «Ich finde doch eh keine Lehrstelle», war da zum Beispiel zu hören. Auch Veli Berisha konnte von eigenen Erfahrungen berichten: «Während der Lehre habe ich den Rassismus immer wieder gespürt. Ich war der einzige Ausländer. Damals war ja noch Krieg im Kosovo. An manchen Tagen fragten mich die Kollegen als erstes, wie viele denn heute wieder gestorben seien. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und brach die Lehre ab.» Berisha kann aber auch positive Seiten an seiner Situation entdecken: «Es hat auch gewisse Vorteile, zwei Kulturen anzugehören. So kann ich zum Beispiel in deutschen und in albanischen Filmen mitspielen.» Auf Gemeinsamkeiten achten Kritische Stimmen gab es auch, was das Schweizer Schulsystem anbelangt. Hilmi Gaschi präsentierte dazu eindrückliche Zahlen: In der Realschule seien 50 bis 60 % der Schüler Ausländer, in der Sekundarschule hingegen nur 25 %. Dazu eine Zuschauerin: «Oft werden die Schüler als zu wenig intelligent eingestuft, wenn sie die Sprache nicht beherrschen. Intelligenz und Sprachfertigkeit darf aber nicht verwechselt werden. Ich kämpfe dafür, dass ausländische Schüler bessere Chancen erhalten.» Schauspielerin Aliu daraufhin: «Ich spüre hier eine riesige Spannung in diesem Raum. Was können wir gegen die Vorurteile tun?» Simone Wicherek erhielt das Schlusswort und betonte, dass es wichtig sei, auf Gemeinsamkeiten zu achten, statt nur immer die Unterschiede zu sehen. Gemeinderat Paul Feusi konnte es dann aber doch nicht lassen und richtete sein Schluss- Schluss-Wort an das Publikum: «Es liegt in eurer Hand, an eurer Generation, etwas zu verändern.» Schweizer Jugendliche fehlten Dieser Abend war sicher ein guter Schritt auf dem Weg zur Integration junger Ausländer, und auch Mitorganisatorin Maspoli bezeichnete den Anlass als Erfolg. Schade war nur, dass unter den Jugendlichen wenig Schweizer waren, wo es doch zur Integration der Schweizer Jugendlichen genauso sehr bedürfte. von Sylviane Chassot
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