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Erwachsene sind nicht immer gute Vorbilder
An der 11. Nationalen Gesundheitskonferenz, die im «Seedamm Plaza» in Pfäffikon stattfand, präsentierte sich auch die Gemeinde Freienbach.
Pfäffikon. – Vertreter der Gemeinde Freienbach gestalteten einen Workshop zum Thema «Gesundheitsförderung und Prävention im Netzwerk». Der Freienbacher Gemeinderat Franz Merlé sprach im «Seedamm Plaza» über die Alkoholprävention. Er betrachtet Vereinsanlässe und Privatpartys, an denen der Alkoholausschank ungenügend bis gar nicht kontrolliert wird, als eine «Baustelle». An solchen Veranstaltungen würden die Erwachsenen oft ihre Vorbildfunktion vernachläs - sigen, sagte Merlé und mit den Jugendlichen bis in den frühen Morgen trinken. Auch die «zero limit bar», ein Projekt der Gemeinde Freienbach, stiess an den Workshops bei den Teilnehmern auf grosses Interesse. An der 11. Nationalen Gesundheitskonferenz, die zum ersten Mal in Ausserschwyz stattfand, befassten sich am Donnerstag und Freitag rund 430 Teilnehmer aus dem In und Ausland mit der Förderung, der Prävention und der Chancengleichheit im Gesundheitswesen. «Die Armen sterben früher»
Hauptthema der 11. Nationalen Gesundheitsförderungskonferenz waren die sozialen Faktoren, die unsere Gesundheit beeinflussen. Am Donnerstag und Freitag befassten sich im «Seedamm Plaza» in Pfäffikon rund 430 Teilnehmer mit Förderung, Prävention und Chancengleichheit im Gesundheitswesen.
Von Tanja Holzer
Pfäffikon. – Fit sein gehöre zur Bürgerpflicht, zitierte Hugo Fasel, Direktor der Caritas Schweiz, aus dem Leitbild des Bundesamtes für Gesundheit. Wie macht man das – fit und gesund sein? Herrscht in der Schweiz gesundheitliche Chancengleichheit? An der 11. Nationalen Gesundheitsförderungskonferenz diskutierten Fachleute, Politiker und Interessierte am Donnerstag und Freitag über Gesundheitsförderung, Prävention und die sozialen Determinanten. Alt Nationalrat Fasel sprach am Freitagmorgen über das Thema «Chancengerechtigkeit und Gesundheit». Manche seiner Aussagen hallten beinahe schmerzhaft im fast vollbesetzten grossen Konferenzsaal: «Arme sterben früher» oder «Leben und Tod sind eng von den sozialen Umständen abhängig». Faktisch sind diese Aussagen nicht von der Hand zu weisen. Fasel plädierte demnach auch an erster Stelle vor der Verhaltensprävention für die Verhältnisprävention. Mit seinem Wunsch, dem Handlungsbedarf an den untersten Sprossen der sozialen Leiter verstärkt zu folgen, stand Fasel nicht alleine am Rednerpult. Die Kernaussage der gesamten Konferenz liesse sich wohl bündeln in: Faktoren wie die persönlichen Lebensumstände, Bildung und soziales Umfeld beeinflussen unsere gesundheitliche Entwicklung stärker als bisher angenommen. Herrscht keine Chancengleichheit in der Bildung, so suchen wir sie auch vergebens bei der Gesundheit. «Geld macht nicht glücklich», heisst es, und doch sind die Angehörigen unserer Gesellschaft, die am besten ausgebildet sind und am meisten verdienen, auch nachweislich die gesündesten. Referentin Pasqualina Perrig-Chiello vom Institut für Psychologie der Universität Bern betonte, die Schweiz stehe im weltweiten Vergleich gut da. Die Schweizer altern gesund. Handlungsbedarf besteht trotzdem. «Das Skript für unsere Gesundheitsbiographie wird schon in jungen Jahren geschrieben », betonte Perrig-Chiello, sei aber bis ins hohe Alter modifizierbar. Anhand von Studienzahlen legte die Psychologin dar, wie die Lebenszufriedenheit vom Einkommen und der Bildung abhängt. Eines von 25 Kindern lebe heute noch in prekären Verhältnissen, so Perrig-Chiello. In der Schweiz gibt es 700 000 Armutsbetroffene und 250 000 Sozialhilfeempfänger, sagte Fasel. Ist das Chancengleichheit in Bildung und Gesundheit? Aktive Freienbacher Der Schwyzer Regierungsrat Armin Hüppin sprach in seinem Referat über die gesundheitsfördernden Aufgaben der Politiker. Gesundheitspolitik sei für die Volkswirtschaft von grosser Bedeutung und gehöre in jede Agenda, nicht nur in die des Gesundheitsdirektors. Vertreter der Gemeinde Freienbach gestalteten einen Workshop zum Thema «Gesundheitsförderung und Prävention im Netzwerk». Gemeinderat Franz Merlé sprach über die Alkoholprävention. Als eine «Baustelle» betrachtet er Vereinsanlässe und private Partys, an denen der Alkoholausschank ungenügend bis gar nicht kontrolliert werde. An solchen Veranstaltungen würden die Erwachsenen oft ihre Vorbildfunktion vernachlässigen und mit den Jungen bis in den frühen orgen trinken. Das Projekt «zero limit ar», vorgestellt von der eiterin er Jugendkontaktstelle Verena Weber, stiess bei den anwesenden Workshopbesuchern uf reges Interesse. Ie unge hakercrew hinter der Bar wusste das Publikum mit alkoholfreien Drinks zu überraschen. Sibylla Felber von der Alterskommission der Gemeinde Freienbach umschrieb das Projekt «Gesund ins Alter», das unter dem Stern der Gesundheitsförderung die Autonomie im Alter unterstützen soll.
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